Kleine Filmnachlese

Wie schon in der ersten Filmnachlese angekündigt, gibt es hier ab und zu mal kurze Film-Kommentare (Rezensionen würde ich das nicht nennen) zu Zeug, das wir (z.T. wieder mal) gesehen haben.

Heute:

  • Office Space (dt.: Alles Routine) – (1999) – Cast: Ron Livingston, Jennifer Aniston, Gary Cole
    Lange Jahre war dieser Film – der das Leben der dilbert-esquen Programmierer in ihren Cubicles im Silicon Valley ebenso auf die Schippe nimmt wie die Kultur der Unternehmensberater und den verzweifelten Versuch amerikanischer Kettenrestaurants, so etwas wie “Flair” durch vorgeschriebene alberne Details zu erzeugen – für uns ein Kultstreifen. Jahre später relativiert sich das.
    Jennifer Aniston ist austauschbar (wie fast immer); Ron Livingston habe ich besser aus (dem nicht sonderlich guten) Defying Gravity im Kopf; Gary Cole zeigt immerhin eine angenehm widerliche Seite seiner Schauspielkunst, und das ganze ist irgendwie, nunja, Junge-Männer-Programmierer-Nerd-Cool-Hipster der Jahrtausendwende. (Bezeichnenderweise tauchen Frauen quasi nur in der Abteilung HR oder eben als die Babes/Bedienung im Restaurant auf). Entlockt mir heute nur noch ein mildes Schmunzeln, ein weiterer der Filme, die sich einfach überlebt haben. – Nett, aber durch.
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Bitte entfernen Sie den Amazon-Button

Ausgangslage:

Ich habe eine (genauer zwei, einmal auf deutsch, einmal auf Englisch) Produktrezensionen eines Produktes verfasst, welches ich sehr schätze. Entsprechend positiv fällt der Bericht für $Produkt und $Hersteller aus. Da ich bei Amazon kein passendes Produktbild gefunden habe (ich habe schon ein älteres Modell, und wollte genau dieses abbilden), und sich mein eigenes Modell nicht so toll fotografieren lässt wie ein hergerichtetes Pressebild, habe ich freundlich (vor ca. 6 Monaten) beim Hersteller gefragt, ob sie vielleicht ein Bildchen für mich hätten – unter Angabe der Blogadresse.

Sie hatten, und damit könnte die Geschichte auch ein Ende finden, wäre nicht folgendes passiert:

Ich schrieb die Artikel, setzte sie online, schickte dem Kontakt bei der Pressestelle eine Mail mit den Permalinks, und bekam zur Antwort, man bedanke sich für das Feedback, man bitte mich aber ganz dringend, den Amazon-Button darunter zu entfernen, da man nur mit dem Fachhandel, aber nicht mit A. zusammen arbeite.

Nur um das nochmal kurz zu illustrieren:
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Haarbanddemenz

Haarbanddemenz, die — neurologische Störung, die die kognitiven Prozesse beeinträchtigt.

Ausgelöst wird die (demnach fälschlich benannte) Haarbanddemenz durch das Fehlen eines ebensolchen; genauer: sind die (meist langen) Haare der betroffenen Person nicht durch ein Haarband aus dem Nacken nach oben gehoben, kommt es zu Störungen der kognitiven Prozesse. Betroffen sind häufig Frauen mittleren Alters.

Symptome sind Wortfindungsstörungen, Beeinträchtigungen der Konzentration, generelle Irritiertheit und die Unfähigkeit, geistig herausfordernde Arbeiten (über dem Niveau des Ausmalen eines Quadrats) vollständig abzuschließen, in schlimmeren Fällen gelingt es den Probanden auch nicht, solche Tätigkeiten aufzunehmen. Ursächlich für das Syndrom scheinen vor allem die mangelnde Kühlung des Gehirns durch Wärmestau im Nacken sowie eine taktile Reizung der empfindlichen Haut am Hals. Aus bislang nicht genau geklärten Gründen genügt bei Betroffenen häufig bereits die sensorische Wahrnehmung des Haarbandes im Haar, um die Symptome stark zurückgehen zu lassen.

Erstmals diagnostiziert haben das Syndrom Dr. @percanta et al. im Jahr 2014.

Kleine Filmnachlese

Jedes Mal, wenn ich mir einen Film ansehe, denke ich; solltest du bloggen. Da das sowieso nichts wird, gibt es hier zukünftig ab und zu eine kleine Nachlese.

Im Zuge des Projektes DVD-Regal entrümpeln schauen der Liebste und ich uns auch alte Kamellen nochmal an, um zu beurteilen, ob die DVDs bleiben oder rausfliegen. Daraus:

  • Con Air (1997) – Starbesetzung: Nicolas Cage, John Malkovich, Steve Buscemi, Ving Rhames, Danny Trejo (pretty much as himself), Colm Meany, ein sehr junger John Cusack.
    War schon bei Erscheinen kein besonders guter Streifen, aber doch ein “Actionkracher.” Nicolas Cage hat etwa so viel mimische Varianz wie ungetoastetes Weißbrot. Die Dramaturgie ist mit Blickwinkel 2014 plump und vorhersehbar. Highlights für mich; das vorgebliche “Lerner Airfield”, das sich als ein verlassenes Nest auf der Grenze von Utah und Nevada entpuppt, in das ich unbedingt mal will; ein schön widerwärtiger Colm Meany. Ansonsten die üblichen Verstöße gegen Logik und Naturgesetze, ein Score von Trevor Rabin, der sich massiv an The Rock bedient, und natürlich ein Happy End. – Verzichtbar.
  • Good Morning Vietnam (1987) – Cast: Robin Williams, J. T. Walsh, Bruno Kirby.
    Ein Teil der Besetzung (Walsh, Kirby, Noble Willingham) ist schon tot. der Vietnamkrieg ist lang, verdammt lang her, doch funktioniert der Film von der ersten bis zur letzten Sekunde. Der intelligente, selbstironische Plot, die Szenerie, die Schnitte, die Dialoge, der Sound, der großartige Soundtrack und der abartig geniale Robin Williams machen den Film auch heute noch zu einem Vergnügen. – Großartig.
  • Renaissance Man (deutsch: Mr. Bill) (1994) – Cast: Danny DeVito, Mark Wahlberg, James Remar, Richard T. Jones, Gregory Hines, Ed Begley jr.
    Der Film war lange Zeit einer meiner Lieblings-Gute-Laune-Streifen. Ein abgewrackter Werbefuzzi (deVito) bringt ein paar unterprivilegierten Kids bei der Army die Freude am Lesen, Lernen und speziell an Shakespeare’s Hamlet bei. Man wünscht sich Lehrer wie Bill Rago, und nicht nur bei der Army, wenn man seine Freude am vermittelten Lehrstoff erlebt. Eher witzig ist heute, Richard T. Jones und Mark Wahlberg am Anfang ihrer Karriere zu sehen. Ein bisschen Familiengeschichte, freundliches Gezacker mit der Army, und am Ende wird alles gut. Würde ich heute unter ‘familientaugliches für den Flieger’ verbuchen, reisst aber bei aller Begeisterung für Shakespeare nicht mehr vom Hocker. – Nett.
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