Don’t worry. It’s all my fault.

März 23, 2011 under Web 2.0

So I unfollowed you, and you are crying shame and wondering, why on earth did I do that?

Don’t despair: it is all my fault.

Seriously.

I have unfollowed you, because

  • I am too dumb to make use of the untold opportunities you and your business would have offered me on twitter
  • I am communicationally challenged, which is why I don’t get you retweeting a gazillion tweets of people I have never heard of and will never care about, who gave their insights and timeless questions to you, which you now in your wisdom have decided to share with me and the world
  • I am a dork, and don’t have the slightest interest in optimizing my body parts, finding your perfect diet solution or shopping for fashionable clothes on your account
  • I don’t have a penis (sorry, I don’t see how you can fix _that_)
  • My humor is off, which is why I don’t get your jokes
  • I suffer from OCD, which is why I expect people to actually tweet something to keep them in my timeline
  • I am one of the environmentally aware nutcases, who insist that owning an iPad doesn’t mean you can’t be against nuclear power, even if I don’t have all the answers
  • I am easily offended by idiots
  • I am an antisocial monster who doesn’t care for anyone but herself, since I give a rat’s ass about people who use twitter to ask for comfort and consolation on a regular basis, I am so cold I even won’t give in to emotional blackmail and constant whining and self-pity.
  • I am a cheapskate – I won’t give my blood, donate organs, bone marrow or anything valuable to any cause raised over twitter
  • For crying out loud, I am so uncool I really don’t see the beauty in your check-in status from Gowalla or Foursquare, how oldfashioned can one person be?
  • You pissed me off, which means my coping skills are below par and I have poor judgement
  • I hate any kind of evangelism and object to it strongly, making me a pitiful heathen.
  • I am bored.

See? It’s all in my head.

So sleep well and feel proper without me reading your timeline. You won’t be missed.

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Die Rente ist eine Rente ist eine Rente

Februar 28, 2011 under Verschollen

Es begab sich Anfang 2010, recht früh wenn ich nicht falsch liege, dass meine Mutter in Sachen O. die zuständige Behörde kontaktierte, und pro forma Witwenrente beantragte für den Fall, dass er für tot erklärt würde. Merken möge man sich in diesem Zusammenhang, dass sie deutlich erklärte, dass sie auf das Vermögen meines Vaters aus vielen Gründen keinerlei Zugriff hat, weswegen das für sie eine nicht ganz unwichtige finanzielle Causa ist. — Der (Todes-) Fall ist nun amtlich abgesegnet eingetreten. Herzlichen Glückwunsch, könnte man sagen.

Könnte.

Da wäre allerdings das geringfügige Detail, dass sie, um diese Witwenrente zu beantragen, die ihr rückwirkend zum Todeszeitpunkt zusteht, Formulare dafür benötigt, welche sie nach dem Eingang des Gerichtsurteils, das meinen Vater für tot erklärt hat, angefordert hat.

Passiert ist: nichts. Nein, das stimmt so nicht. Eine Woche nachdem ich (Anfang Februar, Ausgangsstempel 3.2.) das Urteil vom 14.1. in der Post hatte und vom Amtsgericht meine Bestallung demzufolge zum Zeitpunkt des Urteils aufgehoben worden ist (mit anderen Worten: ich über nichts, aber auch gar nichts verfügen darf, das meinem Vater gehört hat, es sei denn um z.B. den künftigen Erben – also meiner Mutter und mir – Papiere oder Schlüssel zu übergeben), hat mich die entsprechende Behörde aufgefordert, mal eben doch die 43.000 Euro und ein paar zerquetschte zurück zu überweisen, die sie ja nun zuviel gezahlt haben durch das verfrühte Ableben meines Vaters.

Das wäre im Grunde nicht mal weiter erwähnenswert – zwar sollten auch diese Pappnasen wissen, dass ich das momentan weder kann noch darf, aber sei’s drum.

Pikant ist eher, dass meine Mutter, nachdem sie mehrfach bei der entsprechenden Behörde nachgefragt hat, zu hören bekam, ach ihre Rente? Nö darüber wüsste man nichts, und die Leute mit denen sie gesprochen habe, seien dafür ohnehin gar nicht zuständig, und, ja _wer_ zuständig sei, das wisse man auch nicht, aber das würde man dann schon sehen, irgendwann – nein man könne ihr keinen Ansprechpartner nennen. Aha?

Und jetzt kommt’s: Der Fuzzi beim Amt, der eben noch von nichts wusste und sich für absolut gar nichts fähig sah, auch nur näherungsweise einen Zuständigen oder eine entsprechende Dienststelle im Hause zu benennen, geschweige denn ihr endlich die angeforderten Unterlagen zukommen zu lassen, meinte dann anmerken zu müssen, sie hätte doch wohl ohnehin 44.000 Euro zuviel bekommen, und wann die denn zurück überwiesen würden?

Ich fasse das nochmal zusammen. Mein verstorbener Vater hat zu viel Pension erhalten, weil sein Tod erst festgestellt werden musste. Der Behörde ist sowohl der Umstand seines Verschollenseins als auch die Tatsache, dass seine Konten bis auf laufende Kosten, die nicht den Unterhalt für meine Mutter umfassen, für jeglichen Zugriff gesperrt sind, seit spätestens Januar 2010 bekannt. Abgesehen davon, dass die Rückzahlung der Pension ein rechtlich wie buchhalterisch vollkommen für die Witwenrente meiner Mutter irrelevanter Vorgang ist, verschleppt die Behörde diese Witwenrente augenscheinlich vorsätzlich, während sie keine Hemmungen hat, die Gelder die ihr zustehen umgehend einzufordern, selbst wenn das die Rechtslage gerade gar nicht erlaubt, und ein Mitarbeiter besitzt noch die Frechheit, anzudeuten meine Mutter sei ja (unrechtmäßig) gut versorgt.

Ich habe gerade ein _furchtbar_ höfliches Schreiben an die Damen und Herren abgeschickt, und meiner Mutter geraten, ihren Anwalt in der Sache mal eine kleine Notiz mit etwas mehr Nachdruck aufsetzen zu lassen. Ich weiss nicht ob es bei deutschen Behörden Fortbildungskurse mit dem Titel “Verschleppung von Vorgängen unter maximaler Demonstration von Desinteresse für die Sache mit der Zielsetzung Frustration des Antragstellers” gibt, aber manchmal habe ich den Eindruck..

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Bücherhallen – Katalog-Fail

Dezember 10, 2010 under Autoren und Bücher, Leben, Web 2.0

Zu den Features die das Leben mit den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen halbwegs angenehm machen, gehört seit einiger Zeit ein ebenso halbwegs bedienbarer Online-Katalog. Das tröstet dann zwar nicht über die im Bundesvergleich hohen Gebühren hinweg, und auch nicht über Schliessungen von Bücherhallen (immerhin hat man sich bemüht an einigen Stellen neue, moderne Bücherhallen an gut zugänglichen Standorten anzulegen), aber zumindest kann ich vom heimischen Schreibtisch aus schon mal schauen was in den einzelnen Stadtteilbibliotheken steht, und wo ich hinfahren muss um es abzuholen, wenn ich nicht 1,50 Euro Vormerkgebühr dafür bezahlen will über 1 Woche drauf zu warten dass der Transporter der Bücherhallen das Buch oder Medium von A nach B bringt (oder länger, falls das Objekt der Begierde noch ausgeliehen und/oder von weiteren Nutzern vorgemerkt ist).

Nachdem ich aus diversen Gründen gerade eine PS3 ersteigert habe, wollte ich mir gern ein oder zwei Spiele darauf ansehen. Eins der Spiele die mich dabei reizen, Sacred 2, und auch Elder Scrolls: Oblivion, warf die Bestandsanzeige des Katalogs heute so aus:


Logischer Schluss: Es gibt 5 Exemplare, wovon zwei, das in Dehnhaide und Mümmelmannsberg, verfügbar und nicht entliehen sind. Da an der Dehnhaide eine “Jugendbibliothek” besteht, und das von hier nicht allzu weit weg ist, habe ich mich dorthin vorhin aufgemacht und mich umgesehen. Es gab so einiges, aber keine (!) Konsolenspiele. Also fragte ich an der Information (nachdem der lokale Katalog noch einmal bestätigte dass es *hier* einen momentan entleihbaren Bestand dieses angeforderten Mediums gebe) und wurde beschieden:

Nein die haben wir schon lange nicht mehr, die sind in den Bestand der mobilen Jugendblibliothek übergegangen.

Die mobile Jugendbibliothek aka HOEB4U (warum geht das nicht deutschsprachig?) hat einen eignen Eintrag in den Datenbanken der HÖB, unter anderem sitzt die Zentrale der HOEB4U in Altona.

An der Stelle war ich schon mal sehr begeistert… zu Hause angekommen habe ich mir dann ein Exemplar des genannten Spiels online reserviert und in meine nächst gelegene Bibliothek bestellt. Dabei bekam ich die Auskunft, dass drei Exemplare verfügbar, davon 3 ausgeliehen und 3 zum Vormerken tauglich seien. Und nun schauen wir uns die Liste da oben nochmal an.

Wo ist hier der Fehler?

Für den Umbau der Bücherhallen in dem Gebäude am Hühnerposten einschliesslich automatisierter Rückgabe, die Unsummen gekostet haben muss, haben wir als Gebühren- und Steuerzahler geblutet; zum Glück ist ein ursprünglich geplanter erneuter Umzug der Zentralbibliothek (wahrscheinlich die einzige Arbeits- und Präsenzbibliothek die Toiletten mit Münzeinwurf betreibt) in die Hafencity erst mal abgewendet. Und sie sind nicht in der Lage ihren Katalog so zu pflegen, dass keine Phantom-Items darin auftauchen, weil irgendwann mal irgendwer was von einem auf einen anderen Standort umgebucht hat?

Setzen, sechs. Das kann ja sogar ich mit einer FileMaker-Datenbank besser.

Und weil ich mich bei der Gelegenheit ausführlich umgesehen habe, werde ich in den kommenden Monaten auch Kurzbeschreibungen der einzelnen Bücherhallen in Hamburg schreiben. — Stay tuned.

Pressemitteilung

November 11, 2010 under Allgemein

Darf ich das das nächste Mal podcasten?

fragte mich der Liebste angesichts der hilflosen Laute zwischen Weinen und Lachen, die beim Anblick dieser Pressemitteilung (erhalten per Brief, 3 Bögen in einem Großbrief, einer davon ein schlechtes Tintendrucker-Bild des Buchcovers) aus meinem Mund drangen.

(Auf die rechte obere Ecke war mit Schreibmaschine noch unsere Anschrift getippt, dabei zwei Fehler in beide Namen eingebaut, die beim Ablesen des Impressums unserer Website nicht auftreten sollten)

“PRESSE-MITTEILUNG”
“Sie nannte mich Mutscho”

das ist der Titel und die Autobiografie des Buches von Leon Lewil das Er zu seinem 80. Geburtstag veröffendlicht hat. Es ist nicht sein erstes Werk, denn seine vorherigen Bücher hat der Autor alle unter jeweils anderen Pseudonymen veröffendlicht, denn Er ist ein Mensch der nicht gerne im Vordergrund steht, sondern immer hinter den Kulissen arbeitet.

Nur im Rückblick wollte Er anderen Menschen Mut machen, die ebensolche Schicksals- Schläge wie Vergiftungen, Total-Unfall, Hinterwand-Infarkt und Dickdarmkrebs Operation erlebt haben und nicht daran verzweifeln sollen, sondern gerade deshalb voll in das Leben einsteigen sollen.

Deshalb schrieb Er das Leben des Theo Sehberg, genannt Mutscho, seine finanziellen und gesundheitlichen Schicksals-Schläge, seine Liebes-Romanzen, seine Sex-Affären, seine große Liebe auf den ersten Blick und eine Liebe an die Er schon nicht mehr zu glauben wagte. Der Autor ist vor 80 Jahren in einer Kleinstadt im Nordbadischen Raum geboren, hat im Dienstleistungsgewerbe verschiedene Geschäfte selbständig betrieben, war als Vertreter in Baden-Würtemberg unterwegs und war auch als Abteilungsleiter einer bekannten Firma tätig.

Auch hier möchte der Autor nicht ins Deteil gehen. Alle Namen von Personen,Berufen ,Orte und Städte sind natürlich in seinem Buch ausgetauscht und verändert, nur die Frauen die darin eine kleine oder größere Rolle spielen, können sich durch die “Fakten”, Handlungen und Erlebnißen wieder erkennen, aber gerade Sie werden schweigend noch einmal genießen. Leon Lewil spricht in seinem Buch keine bestimmte Leser-Gruppe an, sondern Er beschreibt das Leben des Theo Sehberg so wie es sich zugetragen hat und vileicht gerade deshalb ist das Buch für Alle Leser von 18-80 Jahre interessant. Wir wünschen dem Jubilar noch viele gesunde Jahre und möge Er in den Erinnerungen seines bewegten Lebens sich noch lange sonnen.

Das Buch mit dem Titel :”Sie nannte mich Mutscho” Autor:Leon Lewil, ist am 08.2010 beim Sclosser-Verlag in 86316 Friedberg mit der ISBN -978-3-86937-077-4 zum Preis von 14.90 Euro erschienen.

P.S. Da ich sein bester Freund bin erlaube ich mir dieses Presse-Info an Sie zu senden.

Das ist der Originaltext, einschliesslich aller darin enthaltenen Schreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler.

Die perfekte Werbung für ein Buch.

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Das Buch das Du zur Zeit liest

Oktober 12, 2010 under Autoren und Bücher

Bei Don Dahlmann gefunden, der es von Anke Gröner hat. Bücherlisten kann ich ja sowas von gar nicht widerstehen… 

Der Bücherfragebogen

 

1. Das Buch, das du zurzeit liest

Anthony Bourdain, Medium Raw


2. Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst

Michael Chabon, The Yiddish Policemen’s Union

3. Dein Lieblingsbuch

Kann man wirklich *ein* Lieblingsbuch benennen? Eigentlich kann ich das nicht. Und tue es dann doch: Lawrence Sutin, Divine Invasions (eine Biographie von Phillip K. Dick).

4. Dein Hassbuch

Üblicherweise lese ich Bücher nicht wenn ich sie wirklich hasse. Im Rückblick “hasse” ich Jilliane Hoffmans Cupido, zum einen, weil es absolute Lebenszeitvergeudung war, zum anderen, weil mich wirklich wirklich wirklich ärgert dass etwas dermassen schlechtes von einem Verlag produziert und zum Bestseller gepusht wird.

5. Ein Buch, das du immer und immer wieder lesen könntest

Das ist wie mit Lieblingsbüchern: da gibt es viele. Zum Beispiel “Volles Rohr“, die grossartige Übersetzung von Neal Stephensons ‘Zodiac’. In diesem Fall tatsächlich nicht das Original, die deutsche Fassung ist so wunderbar zynisch-knackig dass sie den Originaltext verbessert, ein übersetzerischer Glücksfall. Lese ich immer wieder gern weil es smart, sarkastisch und witzig ist und Spaß macht.

6. Ein Buch, das du nur einmal lesen kannst (egal, ob du es hasst oder nicht)

Alles was furchtbar schlecht geschrieben ist. Einfach weil ich mir das kein zweites Mal antun würde. Beispielsweise Die Welt von Mithor – Tage des Schicksals.

7. Ein Buch, das dich an jemanden erinnert

Ausser den Zusammenhang, dass ich weiss wer mir welche Bücher geschenkt hat, habe ich keine Bücher, die mich an jemanden “erinnern”.
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Warum ich nicht…

September 19, 2010 under Web 2.0

David Rowan, britischer Herausgeber des WIRED Magazine, lässt sich in einem Blogartikel darüber aus warum er nicht auf Facebook zu finden ist. Seine 6 Gründe, kurz zusammengefasst:

  1. Privatwirtschaftliche Unternehmen haben nicht ‘mein’ Interesse als vorderstes Ziel (oder überhaupt als Ziel),
  2. Persönliche Angaben in social networks erschweren es, “sich selbst neu zu erfinden”,
  3. Daten die man für einen Zweck eingibt werden unweigerlich für einen anderen verwendet werden…
  4. … und es ist wahrscheinlich das sie gegen einen selbst eingesetzt werden;
  5. Menschen sind blöd und geben mehr preis als sie wollen,
  6. und überhaupt, warum sollten wir Unternehmen unseren Austausch mit anderen “privatisieren” lassen?

Zunächst mal: mich interessiert nicht die Bohne warum jemand Facebook benutzt oder nicht benutzt. Auch nicht wenn er für Wired arbeitet. Es gibt für beides Gründe sehr verschiedener Art, die auf ihre Weise Berechtigung haben, und Datenschutz- und Privacy-Bedenken sind nun wahrlich nicht neu, ebensowenig wie die Erkenntnis dass Unternehmen die einen Service umsonst anbieten damit Geld verdienen wollen.

Warum setzt sich ein Wired-Editor hin und schreibt so eine Liste? Ich mag keine Evangelisten. Wenn er FB nicht benutzen will, bitte, prima. Und weiter? Wenn Rowan etwas mehr als allgemeine Platitüden zur Frage des Stellenwertes von Social Networks im Leben des 21. Jahrhunderts aufbieten kann, höre ich ihm auch gern zu.

Ansonsten warte ich auf eine Artikelserie im Stil von: warum ich nicht in die Oper / ins Kino gehe; warum ich keine Bücher bei Amazon kaufe; warum ich nicht auf britischen Strassen Auto fahre, warum ich kein Fastfood esse… etc. pp. Auch dafür gibt es gute Gründe. Ausgerechnet der digitalen Community Datenschutz und privacy issues und Kommerz unter die Nase zu halten ist selbstgefälliges preaching to the choir. Und Vergeudung seiner wie meiner Lebenszeit noch dazu.

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Marketing richtig gemacht

September 13, 2010 under Allgemein

Wenn man auf einem relativ gesättigten Markt mit einem seit Jahren existierenden, aber nur bedingt im Bewusstsein des Endkunden angekommenen Produkt neue Käuferschichten keinesfalls wirkungsvoll erschliessen will, lautet das Zauberwort: Marketing.

Und was macht man als Marketingspezialist, wenn man das Geld des Kunden gern sinnlos zum Fenster rauspulvert? Richtig: eine Produktpräsentation vor (beinahe) Fachpublikum aka Multiplikatoren. Damit das dann so richtig stilecht in die Binsen geht, sollte man aber ein paar wichtige Punkte nicht ausser Acht lassen.

  1. Auf keinen Fall genug Leute einladen! Je teurer der Veranstaltungsort gebucht werden muss, umso exklusiver soll sich ja die eingeladene Fachpresse fühlen – auch und gerade wenn die Präsentatoren und die Location unabhängig von der Anzahl der Teilnehmer bezahlt werden müssen. Termine mitten im normalen Arbeitstag und an Orten, die nicht über ausreichende Parkmöglichkeiten verfügen, sind dabei vorzuziehen. Um die Besucherzahl niedrig zu halten empfiehlt sich auch eine kurzfristige Einladung und/oder Verschiebung angekündigter Veranstaltungen.
     
  2. Nur Pressevertreter sind echtes Fachpublikum, nicht etwa Leute die sich mit der Materie auskennen oder gar eine hohe Reputation bei der Zielgruppe haben, oder sich für die Thematik über Häppchenessen und Werbegeschenk abgreifen hinaus wirklich interessieren könnten.
     
  3. Ein vorher angekündigtes Programm darf auf keinen Fall eingehalten werden. Besonders wirkungsvoll ist es, bereits zu Anfang ein angekündigtes spezielles Item, das Teil der Präsentation ist, im Aufmerksamkeitsfokus der Gäste quasi unübersehbar zu platzieren, und dann vollkommen zu vergessen, ehe es eingesetzt wird. Nötigenfalls könne Programmpunkte wegen defekter Technik wegfallen (siehe auch 5.).
     
  4. Da es sich um Fachpublikum handelt, sollte man seine Gäste mit einer ausführlichen Powerpoint- oder ruckeligen Video-Präsentation über die Firmengründung vor gefühlten 2.000 Jahren, sämtliche nicht mit dem Produkt in Beziehung stehenden Firmenzweige, und alle persönlichen Philosophien des Gründers füttern. Extrapunkte gibt es für das Abspielen von erheblich zu leisen Videofiles auf dem 17-Zoll-Display des Business-Laptop des Produktchefs, welcher nicht weiss wie er sein Instant-Messaging-Programm deaktiviert, das mittendrin aufpoppt, sowie für eine Impromptu-Vorführung mit Stehplätzen in der am schlechtesten geeigneten Ecke des Veranstaltungsortes.
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Szenen einer (Geek-) Ehe: HUI

September 12, 2010 under Leben

(ich, streichele den Liebsten und erzeuge damit Töne des Wohlbehagens)

Ich mag Deine berührungssensitiven Bedienelemente.

(er)

Du Geek Du.

(ich)

Das ist ein HUI, Human User Interface.

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9/11, ein denkwürdiges Datum

September 11, 2010 under Leben

Ich weiß genau, wo ich an diesem Tag war. Ihr auch?

fragt Dirk Würtz in seinem Blog.

Ich schätze die meisten Menschen haben eine prägnante Erinnerung an diesen Tag, einfach weil der Schock der Ereignisse so tief ging; Adrenalin und Schockzustände sorgen dafür, dass Erinnerungen sich besonders stark einprägen. Aber selbst ohne die Anschläge auf das World Trade Center wäre für mich der 11. September 2001 ein Tag gewesen, der mein Leben veränderte.

Ich brachte gegen Mittag einen Freund zum Bahnhof; nicht irgendeinen Besucher, sondern meinen heutigen Ehemann. Er hatte ein Seminar in Berlin und war vorher in Hamburg zu Besuch gewesen. Auf dem Heimweg zu meinem damals Noch-Ehemann wusste ich plötzlich, dass mit diesem Tag meine Ehe beendet war. Dass ich nicht weiter mit meinem bisherigen Partner leben konnte und würde. Und das habe ich ihm an diesem Tag auch ungeschminkt und ehrlich eröffnet. Die Erinnerung an dieses Gespräch, das mit das schwerste und schmerzhafteste meines Lebens war, in dem ich 14 Jahre Beziehung effektiv beendet habe, hat sich tiefer in mich gebrannt als die Bilder von Flugzeugen in Wolkenkratzern.

Dann machte ich den Rechner an, suchte den Kontakt zu Freunden, und stellte im Stamm-Chat fest was passiert war. Und holte via CNN und Internet auf.

In gewisser Weise ist für mich 9/11 der Tag an dem mein zweites Leben begann. Und das ist für mich denkwürdiger als jede Katastrophe der Welt, denn das hat mir im Wortsinn das Leben gerettet. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden…

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De mortuis nil nisi bene

September 5, 2010 under Verschollen

Über die Toten, befanden die alten Römer, solle man nichts ausser gutes reden. Irgendwie erscheint es passend, diesem Artikel ein Latein-Zitat voranzustellen, denn Latein gehört zu den wenigen Dingen die ich meinem Vater verdanke, wenn ich ihn auch in der 6. Klasse dafür gehasst habe. Alle meine Freundinnen und Freunde hatten Französisch, ich musste Latein nehmen. (Und bis heute würde ich gern mit der gleichen Leichtigkeit Französisch sprechen mit der ich Englisch quasi inhaliert habe): Dass es möglich wäre, haben mir spätere freiwillige Französischstunden gezeigt.

Latein allerdings war zunächst eine Qual, denn wenn es etwas gibt das mir unendlich schwer fällt dann auswendig lernen, ich lerne in Zusammenhängen. Was mir allerdings Latein an sprachlichen Zusammenhängen und Grammatikverständnis bringen würde, abgesehen von der besten Abitur-Klausur im LK Latein, konnte wohl niemand voraussehen.

Dennoch gehe ich mit den alten Römern nicht konform was die Toten (oder im konkreten Fall wohl eher Untoten) angeht. Dinge zu verschweigen und schön zu reden nutzt niemandem. Die Wahrheit, so schmerzhaft sie auch sein kann, sollte man aussprechen dürfen, selbst wenn sich dabei rausstellt dass jemand vielleicht nicht das war was man dachte.

In gewisser Weise bin ich froh dass mir keine Toten- und Gedenkfeier bevorsteht, bei der jemand versucht eine schöne Rede zu schreiben und meinen Vater zu würdigen. Stattdessen habe ich die Gelegenheit vor einigen Wochen genutzt um mit meiner Tante über O. zu sprechen, meine Tante G., seine ältere Schwester, und die Person die in den letzten jahren trotz einiger tausend Kilometer Entfernung den häufigsten und engsten Kontakt zu ihm hatte, besonders nachdem U. gestorben war.

Bezeichnenderweise hat er sie angerufen als er Hilfe brauchte. Was sie von seinen letzten Lebensjahren erzählte, war vor allem erschreckend im Hinblick auf die Lügen die er sich und anderen aufgetischt hat.
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