Bücherhallen – Katalog-Fail

Dezember 10, 2010 under Autoren und Bücher, Leben, Web 2.0

Zu den Features die das Leben mit den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen halbwegs angenehm machen, gehört seit einiger Zeit ein ebenso halbwegs bedienbarer Online-Katalog. Das tröstet dann zwar nicht über die im Bundesvergleich hohen Gebühren hinweg, und auch nicht über Schliessungen von Bücherhallen (immerhin hat man sich bemüht an einigen Stellen neue, moderne Bücherhallen an gut zugänglichen Standorten anzulegen), aber zumindest kann ich vom heimischen Schreibtisch aus schon mal schauen was in den einzelnen Stadtteilbibliotheken steht, und wo ich hinfahren muss um es abzuholen, wenn ich nicht 1,50 Euro Vormerkgebühr dafür bezahlen will über 1 Woche drauf zu warten dass der Transporter der Bücherhallen das Buch oder Medium von A nach B bringt (oder länger, falls das Objekt der Begierde noch ausgeliehen und/oder von weiteren Nutzern vorgemerkt ist).

Nachdem ich aus diversen Gründen gerade eine PS3 ersteigert habe, wollte ich mir gern ein oder zwei Spiele darauf ansehen. Eins der Spiele die mich dabei reizen, Sacred 2, und auch Elder Scrolls: Oblivion, warf die Bestandsanzeige des Katalogs heute so aus:


Logischer Schluss: Es gibt 5 Exemplare, wovon zwei, das in Dehnhaide und Mümmelmannsberg, verfügbar und nicht entliehen sind. Da an der Dehnhaide eine “Jugendbibliothek” besteht, und das von hier nicht allzu weit weg ist, habe ich mich dorthin vorhin aufgemacht und mich umgesehen. Es gab so einiges, aber keine (!) Konsolenspiele. Also fragte ich an der Information (nachdem der lokale Katalog noch einmal bestätigte dass es *hier* einen momentan entleihbaren Bestand dieses angeforderten Mediums gebe) und wurde beschieden:

Nein die haben wir schon lange nicht mehr, die sind in den Bestand der mobilen Jugendblibliothek übergegangen.

Die mobile Jugendbibliothek aka HOEB4U (warum geht das nicht deutschsprachig?) hat einen eignen Eintrag in den Datenbanken der HÖB, unter anderem sitzt die Zentrale der HOEB4U in Altona.

An der Stelle war ich schon mal sehr begeistert… zu Hause angekommen habe ich mir dann ein Exemplar des genannten Spiels online reserviert und in meine nächst gelegene Bibliothek bestellt. Dabei bekam ich die Auskunft, dass drei Exemplare verfügbar, davon 3 ausgeliehen und 3 zum Vormerken tauglich seien. Und nun schauen wir uns die Liste da oben nochmal an.

Wo ist hier der Fehler?

Für den Umbau der Bücherhallen in dem Gebäude am Hühnerposten einschliesslich automatisierter Rückgabe, die Unsummen gekostet haben muss, haben wir als Gebühren- und Steuerzahler geblutet; zum Glück ist ein ursprünglich geplanter erneuter Umzug der Zentralbibliothek (wahrscheinlich die einzige Arbeits- und Präsenzbibliothek die Toiletten mit Münzeinwurf betreibt) in die Hafencity erst mal abgewendet. Und sie sind nicht in der Lage ihren Katalog so zu pflegen, dass keine Phantom-Items darin auftauchen, weil irgendwann mal irgendwer was von einem auf einen anderen Standort umgebucht hat?

Setzen, sechs. Das kann ja sogar ich mit einer FileMaker-Datenbank besser.

Und weil ich mich bei der Gelegenheit ausführlich umgesehen habe, werde ich in den kommenden Monaten auch Kurzbeschreibungen der einzelnen Bücherhallen in Hamburg schreiben. — Stay tuned.

Das Buch das Du zur Zeit liest

Oktober 12, 2010 under Autoren und Bücher

Bei Don Dahlmann gefunden, der es von Anke Gröner hat. Bücherlisten kann ich ja sowas von gar nicht widerstehen… 

Der Bücherfragebogen

 

1. Das Buch, das du zurzeit liest

Anthony Bourdain, Medium Raw


2. Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst

Michael Chabon, The Yiddish Policemen’s Union

3. Dein Lieblingsbuch

Kann man wirklich *ein* Lieblingsbuch benennen? Eigentlich kann ich das nicht. Und tue es dann doch: Lawrence Sutin, Divine Invasions (eine Biographie von Phillip K. Dick).

4. Dein Hassbuch

Üblicherweise lese ich Bücher nicht wenn ich sie wirklich hasse. Im Rückblick “hasse” ich Jilliane Hoffmans Cupido, zum einen, weil es absolute Lebenszeitvergeudung war, zum anderen, weil mich wirklich wirklich wirklich ärgert dass etwas dermassen schlechtes von einem Verlag produziert und zum Bestseller gepusht wird.

5. Ein Buch, das du immer und immer wieder lesen könntest

Das ist wie mit Lieblingsbüchern: da gibt es viele. Zum Beispiel “Volles Rohr“, die grossartige Übersetzung von Neal Stephensons ‘Zodiac’. In diesem Fall tatsächlich nicht das Original, die deutsche Fassung ist so wunderbar zynisch-knackig dass sie den Originaltext verbessert, ein übersetzerischer Glücksfall. Lese ich immer wieder gern weil es smart, sarkastisch und witzig ist und Spaß macht.

6. Ein Buch, das du nur einmal lesen kannst (egal, ob du es hasst oder nicht)

Alles was furchtbar schlecht geschrieben ist. Einfach weil ich mir das kein zweites Mal antun würde. Beispielsweise Die Welt von Mithor – Tage des Schicksals.

7. Ein Buch, das dich an jemanden erinnert

Ausser den Zusammenhang, dass ich weiss wer mir welche Bücher geschenkt hat, habe ich keine Bücher, die mich an jemanden “erinnern”.
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Das System Thalia

Juni 27, 2010 under Autoren und Bücher

Der Aufschrei der sich gerade durch ein paar Blogs und Twitter zieht mit der Frage, ob Thalia versuche kleine Buchhandlungen systematisch zu zerstören (natürlich tun sie das, sie sind ein Buchkaufhaus, das ist ihr Geschäftsprinzip, Konzentration von Marktmacht ist ihr Business) – ist für mich nur bedingt nachzuvollziehen.

Natürlich ist scheisse, was Thalia macht, moralisch gesehen. Einem Verlag zu erklären dass seine Bücher libri non gratas sind, wenn er seine Buchhandlung nicht an den Branchenriesen abtreten will, ist heftig – aber … wie viele kleine Verlage schaffen es ohnehin nie zu Thalia oder Amazon oder nur mit rudimentären Stückzahlen? Und mal ganz offen gesagt: ein Kleinverlag braucht zwar jeden Umsatz den er finden kann, aber ein Buch-Fast-Food-Vertrieb wie Thalia ist da aber wohl ohnehin die falsche Schiene, es gilt sich neue Wege zu erschliessen – das nur am Rande.

Auf dem Lebensmittelmarkt ist die Verdrängung (und Erpressung der Lieferanten) längst gang und gäbe; je grösser der Konzern wird, umso mehr wird er eben dafür sorgen wollen dass die Leute nur bei ihm einkaufen – und damit den Preisdruck auf den Lieferanten anheben und den Kunden weiter schröpfen. Das mag nicht schön sein, aber das ist die viel berufene Marktwirtschaft. C’est la vie.

Amazon hat versucht Diogenes zu erpressen; ich kaufe trotzdem bekennend bei Amazon, nicht beim kleinen Buchhändler, jedenfalls im Normalfall, denn mein kleiner Buchhändler tut unterm Strich nichts andres als für mich eine Bestellannahme machen. Ich bin aber auch nicht der prototypische Kunde einer Präsenzbuchhandlung.

Tatsache ist, Thalia ist ein Buchsupermarkt und wird genau so geführt. Und bis auf wenige gut gepflegte Sortimente großer städtischer Filialen (in denen ich, ich gebe es zu, gern bummele) ist Thalia schlechter sortiert als der Buchhandel alter Schule. Bei Thalia finde ich die Top 1.000 Roman-Schnelldreher und die am besten beworbenen Geschenkartikel, im Zweifel auch noch das Buch was ein Verlag mit dem höchsten “Werbekostenzuschuss” an den Leser zu bringen gedenkt (von Übernahme von Renovierungskosten bis zu massiven Preisnachlässen auf den EK).

Gerade die massive Massenmarkt-Ausrichtung von Thalia ist es, die für meine Begriffe kleinen, wachen Buchhandlungen auch weiterhin Nischen erschliessen kann – gut sortiert auf Themen und Fachgebiete spezialisiert – ein schönes Beispiel ist hier Buchgourmet in Köln, oder die Hammett Krimibuchhandlung in Berlin-Kreuzberg. Den großen Barsortimenter können die kleinen ohnehin nicht schlagen was Masse angeht.

Ich kaufe keine Bücher bei Thalia – nicht, weil ich moralische Bedenken habe, sondern weil ich dort die Dinge die ich haben will, ohnehin nicht finde, und das wird mit dem Wachstum und der Selbstbeschneidung auf den Markt des Leichtverkäuflichen eher schlimmer werden. Das Fatale daran ist vor allem, dass auch bei den (grossen) Verlagen sich dann die Titelauswahl noch stärker als bislang schon an ebenjenen Titeln orientieren wird, die wegen grosser bekannter Namen quasi Selbstläufer sind. Das ist aber kein Problem, das der Erhalt kleiner Buchläden löst, sondern ein strukturelles – und hier denke ich wäre es auch an kleinen Verlagen, sich eben gezielt andere Vertriebswege zu erschliessen, mit Leseproben im Internet z.B., zielgruppenorientierter Ansprache…

Das System Thalia ist das System “bigger is better”. Wohin das führen kann, habe ich gerade beim Kanada-Urlaub gesehen. Die grossen Läden der grössten kanadischen Buchhandelkette, Indigo / Chapters, hatten das Flair eines Weltbild-Shops – ein extrem reduziertes Sortiment, vieles davon billig produzierte Wiederverwertungsauflagen, in Themen in denen ich mich auskenne eine auf massentaugliches stark beschränkte Auswahl (und das trotz gigantischer Ladenflächen von denen ein deutscher Händler nur träumen kann), kurz: wirklich armselig. Auf der anderen Seite: die asiatische Buchhandelskette Kinokunya hat eines der am besten gepflegten, eklektizistisch zusammengesetzten Sortimente die ich je gesehen habe – es geht also auch anders.

Womit ich auch zum Thema eBook-Reader zurück komme. Solange Reader weitestgehend an Sortimente(r) gebunden sind (das ist als würde mir IKEA vorschreiben welche Bücher ich in mein BILLY-Regal stellen darf), dienen sie nicht der Erweiterung des bibliophilen Horizonts, sondern dessen Einengung. Ich bin dagegen. Ich mache mir aber keine Illusionen darüber, dass die Mehrheit, die in (nicht nur deutschen) Grossbuchhandlungen einkauft, den Mangel weder wahrnimmt noch beklagen würde – warum auch. Sie kennen es nicht nur nicht besser, sie sind auch damit zufrieden. Und so lange sich das nicht ändert, ist es müssig, über Thalia zu jammern…

100 Bücher

Februar 16, 2010 under Autoren und Bücher

Bei Don Dahlmann stiess ich auf eine Liste der 100 Bücher die angeblich bei Deutschlands Lesern am beliebtesten sind. Angesichts der Verkaufszahlen von Stephanie Meyer und Joanne Rowling wage ich die Liste leise anzuzweifeln. Das ist wie immer: glaube keiner Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast… wie solche Kanon-Listen zustande kommen darüber kann man ja trefflich diskutieren.

Dennoch finde ich den Soll-Ist-Vergleich wie auch bei Anke Gröner oder Frau Kaltmamsell spannend. Irgendwann muss ich mal meine eigene 100 books to read before you die-Liste bauen, glaube ich.

Danke für die Inspiration, hier ist meine kommentierte Liste. Fett gesetzt = habe ich gelesen.

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien
Da muss ich im Teenager-Alter gewesen sein und habe Bücher inhaliert. Dennoch hat mir Band zwei arg viel Geduld abgerungen die ich heute nicht mehr aufbrächte. Heute würde ich das Buch allerdings auch im Original lesen. Auf Deutsch geht übrigens für mich ausschliesslich die (alte) Carroux-Übersetzung. Die von Krege funktioniert für mich aus vielen Gründen nicht. Aus der Kategorie blödsinnige, niemals umgesetzt werdende Projekte: den Herrn der Ringe _vernünftig_ neu übersetzen… Kultfaktor? Kult ist für mich vor allem Tolkiens akribische Arbeit bei der Erschaffung seines “Universums” einschliesslich kompletter Sprachen.

2. Die Bibel
Okay, ich habe sie nicht komplett gelesen. den Faktor quergelesen kriege ich hin. Ich habe die erforderlichen Evangelien gelesen, weite Teile des Alten Testaments, die Johannesoffenbarung und eine ganze Menge mehr, teils erzwungen (Religionsunterricht), teils freiwillig, teils mehrmals nach der Lektüre von Franz Buggle oder Karlheinz Deschner, teils in der Diskussion mit Pietisten meiner damaligen erweiterten Familie. Wie ich überhaupt den Eindruck habe, dass sich Atheisten in der Bibel oft besser auskennen als Gläubige… Muss man als Schreibender vor allem wegen der Folgen für die deutsche Sprache seit Luther in Form geflügelter Worte, Redewendungen etc. kennen.

3. Die Säulen der Erde, Ken Follett

4. Das Parfum, Patrick Süskind
Als Hardback kurz nach dem Erscheinen gelesen. Sprachlich wie sinnlich faszinierend.

5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry
Ein Buch dem ich eben so wenig abgewinnen kann wie dem Film Forrest Gump. Vielleicht mangelt es mir einfach an der passenden Grundhaltung. Oder es ist meine grundsätzliche Antipathie gegen alles was irgendwie hypig ist. Oder vielleicht die Tatsache dass .. ach egal. Overrated.

6. Buddenbrooks, Thomas Mann
Ich habe einiges von Mann gelesen, aber seltsamerweise nicht die Buddenbrooks. Ist auf meiner mentalen “Wenn ich mal zwei Wochen im Winter an der Ostsee Urlaub mache”-Liste,

7. Der Medicus, Noah Gordon

8. Der Alchimist, Paulo Coelho

9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling (nur englisch)
Ich habe Harry Potter nie gelesen, vielleicht auch wegen der Hype-Allergie. Oder weil mich kleine zaubernde Jungen per se nicht ansprachen. Steht auf der Vielleicht-und-wenn-dann-im-Original-Liste.

10. Die Päpstin, Donna W. Cross

11. Tintenherz, Cornelia Funke

12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon

13. Das Geisterhaus, Isabel Allende

14. Der Vorleser, Bernhard Schlink

15. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe
Musste ich in der Schule lesen. Hat mich thematisch nur bedingt gefesselt, vielleicht aber auch weil ich zu dem Zeitpunkt schon sehr viel mehr Literatur intus hatte als die meisten meiner Klassenkameraden. Goethes Sprachgewalt beeindruckt mich, der Faust an sich, nunja. Fällt unter muss wohl, wenn man Abitur gemacht hat. Meines Erachtens hat die Welt schon spannendere Stücke gesehen.

16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón

17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen (nur englisch)

18. Der Name der Rose, Umberto Eco
Die ersten 50 Seiten haben mich ziemlich genervt. Aber zu der Zeit lernte ich noch Latein in der Schule, und ich habe bis heute Spaß an diesem Buch, es ist unglaublich vielschichtig und ich entdecke immer noch neue Dinge die Eco darin verwoben hat. Die Kriminalgeschichte ist eher banal, die semiotische Reise durch die Kulturgeschichte dagegen ein Klops von der Komplexität der (an Borges angelehnten) Bibliothek des Klosters, deren Topographie mich schon als Teenager fasziniert hat.

19. Illuminati, Dan Brown
Muss ich unbedingt lesen, und zwar im Original, weil ich schon diverse Aufsätze über die unglaublich schlechte Schreibe des Autors gelesen habe. Kann aber vermutlich nur ein Verriss bei rauskommen.

20. Effi Briest, Theodor Fontane

21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling (nur englisch)

22. Der Zauberberg, Thomas Mann
Habe ich auch zu meinen Teenagerzeiten gelesen. Gab mir damals nichts. Das könnte mir heute anders gehen, aber mein Lesestapel ist so hoch, dass ich wohl nie die Zeit in einen zweiten Anlauf investieren werde.

23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell

24. Siddharta, Hermann Hesse

25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch

26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende
Noch mehr Teenager-Lektüre. Die fantastischen Welten die Ende zeichnet, waren farbenfrohe Gebilde meiner Fantasie, der moralisch-esoterische Zeigefinger hat mich aber auch schon beim ersten Lesen genervt. Im Grunde war das Buch mein Wunschtraum – eine fantastische Geschichte die niemals endet, in die ich mich flüchten kannt. Die spätere Verfilmung war so grausam am Buch vorbei, dass es mich noch heute schüttelt.

27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn

28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt (auf Englisch)

29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse

30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley (auf Englisch)
Ich muss gestehen, ich habe das meiste von MZB gelesen, und das meiste auf Deutsch und Englisch, dieses Buch allerdings nicht. Ich habe es nur auf Deutsch gelesen, und zwar an einem Stück. Ohne Scherz. Es ist denke ich ein typisches “Frauen”-Buch, nicht nur wegen der für die damalige Zeit als feministisch zu betrachtenden Perspektive, sondern auch der Stil einer Historienerzählung die familiensaga-mässig Legende und Religion mit Intrigen, Liebe, Mord und Magie mischt. Für mich war es ein Augenöffner, der mir den Blick auf Ritterromantik und Artussage für Jahrzehnte verändert hat.

31. Deutschstunde, Siegfried Lenz

32. Die Glut, Sándor Márai

33. Homo faber, Max Frisch
Musste ich kurz vor dem Abitur lesen. Ich habe dieses Buch mit Inbrunst gehasst und nie wieder so viel Mühe gehabt etwas fertig zu lesen.
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Dann geh doch zum Buchladen – Amazon und die Folgen

Juni 13, 2009 under Autoren und Bücher, Web 2.0

Zwei Monate ist es jetzt her, dass ein Aufschrei durch die Webwelt ging, weil – offenbar durch einen technischen Glitch, Hacker, oder bodenlose Dummheit – bei Amazon.com Literatur zu Themen wie Homosexualität ganz plötzlich aus der Buchsuche verschwand. Wie viele andere auch habe ich das sehr skeptisch verfolgt.

Unter dem Artikel des Focus zum Thema las ich dann folgenden Kommentar:

Kommentar beim Focus zu Amazon-Zensur

Kommentar beim Focus zu Amazon-Zensur

Das Kommentieren von Kommentaren dieser Art ist im allgemeinen Lebenszeitvergeudung. Ich habe das Thema lieber erst mal sacken lassen, als mir klar wurde, dass ich das Problem auf drei Ebenen betrachten muss: Als Kunde, der Bücher kaufen möchte; als Autorin bei der Suche nach Material / Recherche, und als Autorin die Bücher verkaufen will.

Fangen wir mal mit der Sicht eines Kunden an. Theoretisch macht es für mich keinen Unterschied ob ich ein Buch bei Amazon kaufe oder bei meinem lokalen Buchhandel. Immerhin habe ich einen Buchhandel um die Ecke, der ebenso fix von Libri beliefert wird wie ich per DHL von Amazon. Praktisch allerdings sieht die Sache ganz anders aus.

Praktisch bedeutet für mich Bücher kaufen vor allem erst mal mich über Bücher informieren und feststellen was es gibt – wenn ich die Chance habe, Rezensionen dazu zu lesen, um festzustellen ob ich bestimmte Lektüre tatsächlich kaufen will.

Beispiel Kochbücher: da gibt es gute, weniger gute… Ein Blick in die Kochbuchregale verschiedener kleiner und großer Buchhandlungen liefert mir immer und immer wieder dasselbe Material, das was von den großen Verlagen gerade angeboten und marketingtechnisch begleitet wird. Und ich kaufe meine Kochbücher meist lieber auf Englisch, aus vielen Gründen. Was mich zum zweiten Problem bringt – der Recherche.

  1. ist meine Buchhandlung kein Kochbuchexperte, ich dafür schon
  2. muss ich englischsprachige Titel dort mühsam ordern
  3. kann ich nur kaufen wovon ich weiss. Wenn ein Händler wie Amazon bestimmte Bücher nicht führt sind sie also für mich wie für den Markt quasi nicht existent.

Ausprobiert habe ich das am Beispiel Kochbücher über die Küche Malaysias und Singapurs. Egal welchen Web-Buchhändler oder welches Buchverzeichnis ich bemühe, es ist nur sehr wenig dazu zu finden. (Fündig geworden bin ich bei einem Asiatika-Buchspezialisten in Singapur, aber das nur am Rande).

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Michael Crichton ist tot

November 10, 2008 under Autoren und Bücher

Am letzten Dienstag, dem 4.11., starb Michael Crichton an Krebs. Ich habe viele seiner Bücher gelesen (und stelle beim Blick in den Wikipedia-Artikel fest, dass es noch einige unter Pseudonym geschriebene gibt, die ich nicht gelesen habe) – und fand viele seiner Bücher großartig. Seine Art Wissenschaft und Spannung zu vermischen war einzigartig, ausserdem bleibt er als der Erfinder von Emergency Room in Erinnerung.

Crichton wurde 66 Jahre alt. Offenbar hat er sein Leben sehr intensiv gelebt, er war 5 Mal verheiratet.

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RIP Thomas M. Disch

Juli 11, 2008 under Autoren und Bücher

I read many of his books. The story “Descending” was one of the first scifi short stories I’ve read and it still gives me the creeps even thinking about it. His poetry and prose was dark, satirical, dealing with death and perdition.

Thomas M. Disch shot himself July 4th, 2008.

Yet another creative mind despaired of life? Yet another suicidal brilliant artist. *sigh*.

Read about Thomas M. Disch at salon.com (it was an escalator, not an elevator, btw., as Neil Gaiman already pointed out).

Bücher aus dem 25. Jahrhundert

März 2, 2008 under Autoren und Bücher

Eine nicht ganz ernst zu nehmende Ideensammlung von Buchtiteln in den Zeiten von StarTrek, aus einer heiteren IRC-Unterhaltung

  • Warp Drive Hacks
  • EMH the missing manual
  • Phaser in a nutshell
  • Replicator Hacks
  • Operating a Space Ship for Dummies
  • LCARS unleashed
  • TransMAKE
  • emacs for LCARS users
  • emacs for Spaceships
  • Das LCARS-Kochbuch
  • emacs for OPS
  • 1000 Jeffries Tubes to see before you die
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Dreister geht immer

Februar 25, 2008 under Autoren und Bücher

Eigentlich wollte ich gerade einen Beitrag schreiben darüber, was mich an wirklich schlechten Büchern ärgert, aber mir kam grad ein Hinweis an der Blogbar dazwischen.

Der Drucker Martin Schröder aus Berlin fand, um eine Buchbesprechung zu seinem Fachgebiet gebeten, nämlich in einem Sachbuch mehrfach Texte, die (beinahe, unter Hinzufügung fachlicher Fehler) 1:1 aus seinen eigenen abgeschrieben sind. Seinen Bericht kann man hier in seinem Blog lesen.

Es ist eine himmelschreiende Unverschämtheit, anders kann ich es nicht ausdrücken. Dass man sich verschiedener Quellen bedient, von denen sicher auch mal Ideen und Formulierungen übernimmt, kann jedem passieren (auch wenn das eine stringente Überarbeitung glätten sollte), aber ganze Absätze zu klauen, dazu fällt mir wirklich nichts mehr ein.

Ich hoffe, bei der Druckerey weiteres über diesen Vorgang zu lesen…

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Botanica Magnifica

Februar 23, 2008 under Autoren und Bücher, Fotografie

Der Fotograf Jonathan Singer hat eine mehrbändige Ausgabe großer Fotobände über Orchideen mit einer Auflage von je 1 Exemplar geschaffen, dessen erster Band als Stiftung an das Smithsonian Institute gegangen ist. Der zweite Band soll gerüchtehalber für mehrere Millionen Dollar an einen japanischen Sammler gegangen sein…

Auch kulturhistorisch ist dies ein interessantes Projekt- die erste großformatige fotografische “Enzyklopädie” seit Audubon. (Mehr dazu kann man bei Photopreneur lesen).

Besonders schön finde ich dass man diesen ersten Band auch online durchblättern kann auf botanicamagnifica.com . Einfach großartig anzusehen.

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