Morgen geht es in den Urlaub, also vorher noch Mal flugs Daten gesichert und – wie praktisch – das Release der neuen Ubuntu-Version ist da, Edgy Eft, etwa “nervöser Molch”, oder auch Ubuntu 6.10.
Mein altes System krankte an einigen seltsamen Problemchen, war eine aufgerüstete DapperDrake Beta, und nachdem der Ubuntu-Neuinstall vom RC bei Torsten absolut schmerzfrei verlaufen war, zog ich mir die Alternate-Install CD und legte los.
Und bekam Probleme…
Alles fing damit an dass das Partitionierungstool darauf bestand eine frisch von allen Partitionen befreite Platte (20 GB, auf der nur das System läuft) nicht partitionieren zu können. Mehrere Versuche mit unterschiedlichen Herangehensweisen scheiterten. Gut, dachte ich, nehme ich eben den Release Candidate zum Installieren, wenn fdisk hier zickt. Torstens Install-CD rausgeholt, gebootet… Live-System startet.. und killt sich jedesmal beim GUI Start ehe ich auch nur dazu kam, ‘install’ auszuwählen.
Einige Flüche und reboots und einen Kaffee später nahm ich wieder die Alternate-CD zur Hand. Und diesmal ließ sich die Platte anstandslos partitionieren, anscheinend hatte es wirklich “nur” daran gehangen dass das Tool nach dem Partition Löschen partout einen Reboot haben wollte. Durch die ansonsten problemlose Installation (DHCP Konfig per Automatik, vorbildlich kinderleichte Tastaturlayout-Erkennung) gehangelt. User angelegt, für den das System keinen Usernamen haben wollte, gewundert, aber nicht weiter drüber nachgedacht (Option: OEM-Installation).
Von Festplatte gebootet. Grafikkartentreiber hängt. 800×600 auf einem 18-Zoll-TFT, mit verschobenem Bild so dass man nicht mal mehr die Eingabezeile sieht. Sehr prickelnd. gdm startet, schiesst sich aber sofort wieder ab. Von der zweiten Platte ziehen wir sicherheitshalber die gesicherte xorg.conf des alten Systems, das makellos lief. Fehlanzeige. Einige Flüche, Kaffees und Runden in der Suchmaschine später stellen wir fest dass Edgy Eft offenbar einen Treiberbug hat der sich exakt auf meine alte 16-bit Voodoo bezieht. Viele Einträge gibt es noch nicht dazu (wer hat auch so alte Hardware im Einsatz), aber es gibt sie, Fix unbekannt…
Mit viel Basteln hat Torsten dann das System überredet, mit einem VESA-Treiber auf 16 Bit zu arbeiten. Das ist nun nicht die Welt, aber es tut vorerst, und Grafikbearbeitung findet derzeit eh auf dem Laptop statt, insofern kein Weltuntergang – für Chat und WWW und Mails reichen 16 Bit Farbtiefe locker. Dachte ich.
Nun denn. System konfiguriert, dabei auftretende kleinere Problemchen mit User- und Rechtevergaben souverän mit kurzem Nachschlagen im Linux Kochbuch
gelöst, die alten Konfigs von Mozilla und sylpheed claws zurückkopiert und damit Mailordner etc. wieder hergestellt, Bookmarks und Plugins zurückgeholt, ein bisschen gechattet, schnell noch SpamAssassin zum Laufen gebracht, schlafen gegangen.
Heute morgen kam das (bittere) Erwachen. Beim Bildupload zu Flickr killt sich Firefox, spätestens wenn ich auf den Upload-Button klicke, ohne Angabe von Gründen, das Fehlerlog wirft ein paar obskure Javascriptfehler aus.
Fehlt vielleicht was? Ein paar Libraries, Java, Flashplayer zu Fuß installiert. Immerhin, wir machen Fortschritte. JETZT killt sich Firefox sofort reproduzierbar…
Firefox komplett deinstalliert. Dabei wirft Ubuntu, da ich unaufmerksam bin, mal eben auch einen Packen systemwichtiger Dateien runter (weil ja Firefox Systembrowser ist) die ich also anschließend alle wieder brav zurückinstalliere… Mozilla-Verzeichnis und mögliche Konfig-Reste eliminiert, Firefox sauber reinstalliert.
Ergebnis: wir sind beim selben Stand wie vorhin. Ich fluche und gehe den Abwasch erledigen, Torsten bastelt weiter. Ich sehe die Windows-CD an und brumme.
Mit gemeinschaftlichem Basteln (ich google auf dem Laptop, mein Liebster schreibt config-Zeilen und testet) kommen wir nach satten zwei Stunden dahinter was los ist. Zunächst stellen wir fest, dass ohne JavaScript alles geht (was denn ohne JS eben so geht im modernen WWW). Aber das kann ja keine Lösung sein – zumal bei Torsten der FF2 einwandfrei arbeitet. Aber: aus Gründen der Unerfindlichkeit verweigert das Flash-Plugin seinen Dienst. Es verweigert ihn nicht bloss einfach, es killt beim Initialisieren den gesamten Firefox. Nach Deinstallation von allem, was auch nur entfernt nach Flash aussieht, geht es dann irgendwann.
Ich vermute, dass die Kombination aus Flash-Plugin, meiner Grafikkarte und dem 16-Bit-Vesa-Treiber unverdaulich ist für Firefox. So muss ich momentan eben auf Flash-Seiten und Youtube-Videos auf dem Desktop-Rechner verzichten. Und wer weiss, vielleicht gibt es in zwei Wochen wenn wir aus dem Urlaub zurück sind einen Bugfix. Obwohl ich nicht dran glaube.
Die andere Lösung wird darauf hinauslaufen, eine neue Grafikkarte (mit NVIDIA-Chip) für Torsten zu kaufen, da er den moderneren Rechner hat, und mir seine ATI-Karte zu geben, da meine Kiste für 3D ohnehin zu langsam ist. Bis dahin werde ich erst mal zwei Wochen Strand genießen und Ubuntu-Konfigs und Installationen weiiiiiiiit verdrängen
Aber geärgert hat es mich schon. Wir sind beide Menschen die sich mit sowas auskennen. Ich stelle mir vor, wie sich ein computermäßig unbedarfter Windows-User wohl fühlt, wenn ihm bei dem ach so leichten Umstieg auf Linux dann sowas passiert….