Bücherhallen – Katalog-Fail

Dezember 10, 2010 under Autoren und Bücher, Leben, Web 2.0

Zu den Features die das Leben mit den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen halbwegs angenehm machen, gehört seit einiger Zeit ein ebenso halbwegs bedienbarer Online-Katalog. Das tröstet dann zwar nicht über die im Bundesvergleich hohen Gebühren hinweg, und auch nicht über Schliessungen von Bücherhallen (immerhin hat man sich bemüht an einigen Stellen neue, moderne Bücherhallen an gut zugänglichen Standorten anzulegen), aber zumindest kann ich vom heimischen Schreibtisch aus schon mal schauen was in den einzelnen Stadtteilbibliotheken steht, und wo ich hinfahren muss um es abzuholen, wenn ich nicht 1,50 Euro Vormerkgebühr dafür bezahlen will über 1 Woche drauf zu warten dass der Transporter der Bücherhallen das Buch oder Medium von A nach B bringt (oder länger, falls das Objekt der Begierde noch ausgeliehen und/oder von weiteren Nutzern vorgemerkt ist).

Nachdem ich aus diversen Gründen gerade eine PS3 ersteigert habe, wollte ich mir gern ein oder zwei Spiele darauf ansehen. Eins der Spiele die mich dabei reizen, Sacred 2, und auch Elder Scrolls: Oblivion, warf die Bestandsanzeige des Katalogs heute so aus:


Logischer Schluss: Es gibt 5 Exemplare, wovon zwei, das in Dehnhaide und Mümmelmannsberg, verfügbar und nicht entliehen sind. Da an der Dehnhaide eine “Jugendbibliothek” besteht, und das von hier nicht allzu weit weg ist, habe ich mich dorthin vorhin aufgemacht und mich umgesehen. Es gab so einiges, aber keine (!) Konsolenspiele. Also fragte ich an der Information (nachdem der lokale Katalog noch einmal bestätigte dass es *hier* einen momentan entleihbaren Bestand dieses angeforderten Mediums gebe) und wurde beschieden:

Nein die haben wir schon lange nicht mehr, die sind in den Bestand der mobilen Jugendblibliothek übergegangen.

Die mobile Jugendbibliothek aka HOEB4U (warum geht das nicht deutschsprachig?) hat einen eignen Eintrag in den Datenbanken der HÖB, unter anderem sitzt die Zentrale der HOEB4U in Altona.

An der Stelle war ich schon mal sehr begeistert… zu Hause angekommen habe ich mir dann ein Exemplar des genannten Spiels online reserviert und in meine nächst gelegene Bibliothek bestellt. Dabei bekam ich die Auskunft, dass drei Exemplare verfügbar, davon 3 ausgeliehen und 3 zum Vormerken tauglich seien. Und nun schauen wir uns die Liste da oben nochmal an.

Wo ist hier der Fehler?

Für den Umbau der Bücherhallen in dem Gebäude am Hühnerposten einschliesslich automatisierter Rückgabe, die Unsummen gekostet haben muss, haben wir als Gebühren- und Steuerzahler geblutet; zum Glück ist ein ursprünglich geplanter erneuter Umzug der Zentralbibliothek (wahrscheinlich die einzige Arbeits- und Präsenzbibliothek die Toiletten mit Münzeinwurf betreibt) in die Hafencity erst mal abgewendet. Und sie sind nicht in der Lage ihren Katalog so zu pflegen, dass keine Phantom-Items darin auftauchen, weil irgendwann mal irgendwer was von einem auf einen anderen Standort umgebucht hat?

Setzen, sechs. Das kann ja sogar ich mit einer FileMaker-Datenbank besser.

Und weil ich mich bei der Gelegenheit ausführlich umgesehen habe, werde ich in den kommenden Monaten auch Kurzbeschreibungen der einzelnen Bücherhallen in Hamburg schreiben. — Stay tuned.

Szenen einer (Geek-) Ehe: HUI

September 12, 2010 under Leben

(ich, streichele den Liebsten und erzeuge damit Töne des Wohlbehagens)

Ich mag Deine berührungssensitiven Bedienelemente.

(er)

Du Geek Du.

(ich)

Das ist ein HUI, Human User Interface.

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9/11, ein denkwürdiges Datum

September 11, 2010 under Leben

Ich weiß genau, wo ich an diesem Tag war. Ihr auch?

fragt Dirk Würtz in seinem Blog.

Ich schätze die meisten Menschen haben eine prägnante Erinnerung an diesen Tag, einfach weil der Schock der Ereignisse so tief ging; Adrenalin und Schockzustände sorgen dafür, dass Erinnerungen sich besonders stark einprägen. Aber selbst ohne die Anschläge auf das World Trade Center wäre für mich der 11. September 2001 ein Tag gewesen, der mein Leben veränderte.

Ich brachte gegen Mittag einen Freund zum Bahnhof; nicht irgendeinen Besucher, sondern meinen heutigen Ehemann. Er hatte ein Seminar in Berlin und war vorher in Hamburg zu Besuch gewesen. Auf dem Heimweg zu meinem damals Noch-Ehemann wusste ich plötzlich, dass mit diesem Tag meine Ehe beendet war. Dass ich nicht weiter mit meinem bisherigen Partner leben konnte und würde. Und das habe ich ihm an diesem Tag auch ungeschminkt und ehrlich eröffnet. Die Erinnerung an dieses Gespräch, das mit das schwerste und schmerzhafteste meines Lebens war, in dem ich 14 Jahre Beziehung effektiv beendet habe, hat sich tiefer in mich gebrannt als die Bilder von Flugzeugen in Wolkenkratzern.

Dann machte ich den Rechner an, suchte den Kontakt zu Freunden, und stellte im Stamm-Chat fest was passiert war. Und holte via CNN und Internet auf.

In gewisser Weise ist für mich 9/11 der Tag an dem mein zweites Leben begann. Und das ist für mich denkwürdiger als jede Katastrophe der Welt, denn das hat mir im Wortsinn das Leben gerettet. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden…

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Szenen einer (Geek-) Ehe – Fenster

August 18, 2010 under Leben

Dunkles Schlafzimmer.

Ich: Machst Du das Fenster noch zu?

Er (kruschtelt im Dunkeln rum, dann) stolz: Ich hab das Fenster zugemacht. Sogar ohne was zu sehen.

Ich: Du bist eben der Fensterking.

Er, nachdenklich: Nee. Ich hab das Fenster geschlossen. Ich bin xkill.

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Schnelle Kommunikation per e-Mail

Juni 7, 2010 under Leben, Verschollen

Heute bin ich in der mißlichen Lage jemanden bei eine Behörde schnell erreichen zu müssen, und etwas schnell zu klären. Was ich brauche, ist ein funktionierender Kundendienst bei einem Amt. Das ist per se ja schon in den meisten Fällen ein Witz – wenn ich auch für das Ortsamt Barmbek-Uhlenhorst, Einwohnermeldestelle, eine Lanze brechen muss, da der dortige Amtsleiter eine Vision eines bürgerorientierten Dienstes umgesetzt hat, bei dem man nicht wie der letzte Depp und Bittsteller behandelt wird.

Aber kurzfristig etwas von einem Amt in einem anderen Bundesland, mehr als 300 km entfernt, zu wollen, ist eine Sache für sich. Nun *könnte* ich da anrufen. Und würde zweifelsohne, nachdem ich mich durch teure Minuten Ferngespräch nebst Warteschleifenmusik, oder wie neulich bei einer anderen Behörde, stundenlanges wahlweise Besetztzeichen oder Freizeichen, oder aber Wegdrücken aller Anrufe – hindurchgemogelt habe, die Auskunft bekommen das müsse ich aber schriftlich… oder man sei gar nicht zuständig.

Doch das Land NRW hat sich ja an vielen Stellen e-Government und Transparenz und schnelle Infos im Web und all-of-that auf die Fahnen geschrieben, flugs also die Mailadresse rausgesucht (bezeichnenderweise hat niemand der Sachbearbeiter in der Sache um die es geht auf den Schreiben eine eigne oder Abteilungs- oder Sachgebietsmailadresse angegeben). Alles geht an genau 1 (in Worten: eine) Poststellen-Sammeladresse.

Mir wird so schwermütig ums Herz, aber wider besseres Wissen schicke ich meine (dringliche) Anfrage ab. Und erhalte einen Autorespondertext:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Dieser Übermittlungsweg dient ausschließlich dazu, nicht formbedürftige Mitteilungen zu übersenden. In Rechtssachen können daher auf diesem Wege insbesondere keine Schriftsätze, Mitteilungen oder sonstige Einsendungen zu Verfahren übersandt werden, die anhängig sind oder anhängig gemacht werden sollen, da die Identität des Absenders nicht mit Sicherheit feststeht. Aus diesem Grund erfolgt eine Bearbeitung solcher elektronischer Post nicht.

Bitte benutzen Sie deshalb in diesen Angelegenheiten in Ihrem eigenen Interesse die üblichen Übermittlungswege, insbesondere auch dann, wenn durch eine Mitteilung eine Frist gewahrt werden soll, da dies per E-Mail nicht möglich ist.

Alle übrigen Anliegen werden an die zuständige Stelle weitergeleitet und bearbeitet.
Die Weiterleitung erfolgt regelmäßig mittels Ausdruck. Der Postweg innerhalb der Behörde kann mehrere Tage dauern.

Mit freundlichen Grüßen

(Hervorhebungen durch mich).

Ich bin durchaus willens nachzuvollziehen, dass man bestimmte Dinge bei Ämtern tunlichst nur auf dem Postwege, unterschrieben etc. pp. einreichen darf. (Wenn auch die Begründungen bisweilen wehtun, etwa: dass man auf eine E-Mail keinen Eingangsstempel machen könne).

Den obigen Text kann man aber getrost so verstehen, dass man sich E-Mails eigentlich komplett schenken kann, da ohnehin keiner diese für voll nimmt, und es genauso lang dauert einen Brief zu schreiben, bis mein Anliegen da ankommt wo es hin soll. Könnte mir jemand bitte erklären, warum ich bei einer E-Mail den Absender nicht zweifelsfrei feststellen kann, das aber bei einem Fax von einem beliebigen Faxgerät oder Computer gesendet, oder bei einem beliebigen adressierten Briefumschlag und Schreiben anders sein soll?

Der Klops schlechthin allerdings ist für mich der abschliessend fett gesetzte Teil. Anstatt elektronische Post direkt an die zuständigen Personen per E-Mail weiterzuleiten, wird allen Ernstes eingegangene Mail ausgedruckt und auf einem möglicherweise Tage (sic!) dauernden hausinternen Postweg verteilt? Für was um Gottes willen haben die dann überhaupt eine E-Mail-Adresse?

Kann nicht mal jemand bundesdeutschen Behörden beibringen was qualifizierte E-Mail-Adressen und elektronische SIgnaturen sind? Und sie wenigstens am Ende des 20. Jahrhunderts ankommen lassen?

#FAIL

Szenen aus dem Leben eines Foodbloggers

April 1, 2010 under Leben

Abendessen im Hause Foodfreak/datenhamster.

T. (verbrennt sich am heissen Risotto den Mund):

Au, das ist heiss.

Ich (sarkastisch):

Ja, ich bevorzuge mein Risotto im Allgemeinen heiss.

T.:

Ja aber ich bin das nicht gewöhnt dass mein Essen nach dem Fotografieren noch so heiss ist…!

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Was ist Arbeit?

August 27, 2008 under Leben, Schreiben

In der Welt von Anzügen oder Blaumännern und 9-to-5-Jobs (oder tariflichen Arbeitszeiten) ist Arbeit das wo man hingeht und wofür man bezahlt wird.

Heute wurde mir mal wieder schmerzlich bewusst, dass das als Selbstständige, noch dazu als Autorin, einfach ein fatales Konzept ist. Eins, das ich erst mal aus den Hirnwindungen bekommen muss.

Die Wahrnehmung anderer von Autoren ist oft, ihr habt doch jede Menge (Frei-) Zeit und tut eigentlich nicht wirklich was. Diese Wahrnehmung übernimmt man ganz schnell. Hey, schliesslich kann sich jeder hinsetzen und ein Buch schreiben. Wenn er nur genug Zeit hätte…

Dass dem keineswegs so ist aus einer Vielzahl von Gründen, möge mal Thema für ein anderes Post sein. Heute geht es mir um Arbeit. Was ist Arbeit?

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Szenen einer (Geek-) Ehe: MAMP

Juli 9, 2008 under Hard- und Software, Leben

Ich (zeige meinem Liebsten das Widget zur Steuerung der MAMP-Installation auf meinem Macbook).

Er: “???

Ich: “Mamp. Wie Lamp. Du weisst schon. Apache, MySQL, PHP. Hab ich Dir doch gestern gesagt dass ich mir ein Wiki aufsetze.

Er (leicht ungläubig): “Du hast _echt_ ein Wiki auf dem Notebook? Du solltest mehr Geek-Bücher schreiben.

Bauchgefühl

April 30, 2008 under Leben, Schreiben

Seit Wochen, nein Monaten, liegt ein Exposé für ein Sachbuch bei einem Verlag. Heute, nachdem der Verlag vor einigen Tagen einen indiskutablen Vertrag vorgelegt hat, und auf den Gegenvorschlag (Normvertrag) erst mal sinngemäss mit einem “Was ist das denn?” reagierte, habe ich endlich mal auf mein Bauchgefühl gehört.

Der Lektor – der mir beim persönlichen Gespräch nicht eben sympathisch war, was eh schon ungünstig ist – hatte andere Vorstellungen von dem Buch. Was sein gutes Recht ist. Allerdings nur höchst vage nebulöse Vorstellungen rund um ein paar nicht minder vage nebulöse Trendbegriffe herum. 3 Monate später sind wir keinen Deut weiter. “Das geht schon das wird schon da können wir noch” ist einfach keine Basis für einen Vertrag.

Wenn ich ehrlich bin, diese unklare Lage hat mich beim Arbeiten blockiert – wie soll ich auch auf etwas hinarbeiten wenn ich nicht weiss auf was? Ausser dass mein Ansatz dem Verlag nicht gefällt bzw. nicht in die “Linie” passt in der es veröffentlicht werden soll. (Auf Beispiele oder konkrete Vorgaben wie diese Linie aussieht warte ich bis heute…)

Das Ding liegt mir seit dem Verlagsgespräch im Magen. Heute war der Tag, mir ein Herz zu fassen – es hat keinen Sinn, mich zu einem Buchprojekt zwingen zu wollen, bei dem für mich von vornherein die Bedingungen und auch die Chemie nicht stimmen, bei dem ich das Gefühl habe das commitment ist ein einseitiges, bei dem ich in der Luft hänge und vom Lektor hängen gelassen werde. So kann ich nicht arbeiten, das stranguliert jegliche Motivation schon von vornherein.

Ich habe mich also vorhin mal wieder mit meiner Co-Autorin zu den Problemen ausgetauscht, und wir haben gemeinsam beschlossen das Thema dann vorerst lieber auf Eis zu legen und uns nach einem anderen Verleger umzusehen.

Es ist ein seltsames Gefühl, quasi kurz vor dem Vertragsabschluss die Reissleine zu ziehen, aber … auch ein gutes. Die Erleichterung die das Absenden der Mail, die das beendet, zeigt mir dass ich das Richtige getan habe.

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Zwei Foodies in Düsseldorf

April 8, 2008 under Leben

Beim Kramen in Bookmarks und älteren Texten bin ich auf einen einige Jahre alten Beitrag von mir in de.rec.mampf gestossen, den ich nach einem Wochenende in Düsseldorf geschrieben hatte.

Damit mir der nicht irgendwann verloren geht, stelle ich ihn hier auch nochmal ein.

* * * * * *

Hi Mampfer und -innen,

eins vorweg: nein, wir haben keine Sushi gegessen. Und nicht ein einziges Glas Altbier angerührt. Wie, Ihr wart in Düsseldorf? Jepp, und zwar ein Wochenende lang…
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