Don’t f*ck with another man’s automobile

April 15, 2011 under Lost in Translation, Zitate

Aus gegebenem Anlass: in Pulp Fiction gibt es eine Szene (hier ansehen) in der sich Vincent Vega darüber auslässt, dass jemand seinen alten Malibu beschädigt hat. Er und Lance sind sich einig, dass das nicht sein darf.

Originaltext:

V: What’s more chickenshit than fucking with a man’s automobile? I mean, don’t fuck with another man’s vehicle.

L: You don’t do it.

V:  It’s just against the rules.

Auf Deutsch wird daraus

Es gibt nichts Feigeres, als sich am Auto eines Mannes zu rächen. Der Wagen eines anderen Mannes hat tabu zu sein. Das verstößt gegen die Regeln.

Nicht eben eine übersetzerische Glanzleistung. Ich gebe Vinnie Vega allerdings in einer Sache recht: you don’t fuck with another man’s car. Dazu gehört auch, es stehlen. *ARGH*.

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Ein Vogel! Ein Flugzeug!

Dezember 25, 2007 under Lost in Translation

Ein älterer Beitrag aus einem Blog das ich gerade dabei bin dicht zu machen… geschrieben am 1. Mai 2007. Das eine oder andere will ich aufheben, archivieren, und das schien mir hier thematisch passend.

Zur Unterhaltung schaue ich gerade in das Science Fiction Jahrbuch 1983 von Moewig. Es ist schon lustig, mit fast 25 Jahren Abstand Berichte über Trends am Buch- und Filmmarkt zu lesen, oder eine Reportage über den Einfluß der SciFi auf die Neue Deutsche Welle. Die Mischung aus Storys, Fachartikeln und Interviews macht das Ganze mehr zu einem Magazin in Buchform als einem klassischen reinrassigen Almanach, ein Blick auf eine kommentierte Liste der bei Redaktionsschluß (Oktober 1982) in Deutschland lieferbaren (deutschen) SF-Titel ist von einem Schmunzeln begleitet.

Und prompt stoße ich auf einen klassischen Übersetzungsgoof. Joachim Körber, der heute neben eigenen Romanen vor allem als Stephen-King-Übersetzer bekannt ist, hat die im Buch abgedruckte deutsche Fassung von Norman Spinrads kongenialer SciFi-Kurzgeschichte “It’s a bird! Its a plane!” verfasst. Ich weiss nicht, wann die Übersetzung entstanden ist – die Story ist immerhin zwei Jahre älter als ich und lange vor dem Erscheinen des Almanachs geschrieben worden – allerdings nehme ich an, dass Körber das heute besser kann.

Wie der Titel bereits dem Sachkundigen verrät, geht es um Superman. Die Hauptfigur ist ein Psychiater, der sich einer seltsamen Anhäufung von Patienten ausgesetzt sieht, die sich allesamt für Superman halten (und prompt durch den Anblick falschen Kryptonits massiv geschwächt werden – dass es mal echtes geben würde konnte sich auch ein Science Fiction-Autor nicht ausmalen).

Besagter Psychiater hat ein alter ego mit dem Namen “Superschrumpf”. Super-was? Genau. Schrumpfen heisst auf Englisch auch “to shrink”. Ein shrink ist (ursprünglich kurz für headshrinker) ein US-amerikanischer Slangausdruck für einen Psychiater. So wird ein Schuh draus… und ich frage mich, warum man nicht einfach ‘Supershrink’ hat stehen lassen oder eine Bezeichnung gewählt hat, die dem etwas gerechter wird – ich kann nur vermuten, dass Körber der Ausdruck damals unbekannt war.

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