Schon Donnerstag, als das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zur Feinstaubproblematik die Runde machte, sah ich meinen Mann an und meinte: “Und jetzt? Gibt die Stadt Hamburg für die Anwohner des Ring 2 Atemschutzmasken aus?”
Heute in der taz nochmal zu lesen:
Jetzt ist klar, dass jeder betroffene Bürger von seiner Gemeinde Schutz vor Feinstaub einfordern kann. (…) Das Bundesverwaltungsgericht hat gesagt, dass die weiträumige Umleitung des Schwerlastverkehrs geeignet wäre. Weniger gravierende Eingriffe, etwa Fahrverbote für Autos ohne Partikelfilter, sind dann erst recht geeignet. Diese werden dann nicht nur für besonders belastete Straßen gelten, in denen die Kläger wohnen, sondern weiträumig.
Ich wohne nicht weit vom Ring 2, nicht weit von einer der Stellen an denen in Hamburg regelmäßig rekordverdächtige Feinstaubmengen in der Luft gemessen werden. Und ich frage mich, wie sich das Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, der diese Sätze im taz-Interview von sich gegeben hat, dann im Klartext vorstellt…
Den Schwerverkehr weiträumig umleiten? Um Hamburg herum? Es gibt nur zwei, wenn man Geesthacht mitrechnet drei Elbquerungen von der Elbmündung bis Dömitz, eine europäische Hauptverkehrsader zieht sich mit der A7 durch Hamburg, ein Welthafen und der zweitgrösste Frachtumschlagplatz Europas wollen bedient werden, und eine Metropolregion mit rund 2 Millionen Einwohnern muss zur Arbeit und mit Lebensmitteln versorgt werden. Es gibt keine Alternativen zu Elbtunnel und Elbbrücken, und aufgrund der Infrastruktur der Hansestadt auch keine Alternative zum Ring 2. Ein Fahrverbot auf dem Ring 2 wäre identisch mit einem totalen Verkehrskollaps.
Tut es der Luft in Hamburg gut wenn wir die Schmutzverursacher einfach woanders lang schicken wo sie stundenlange Staus verursachen?
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