NaNoWriMo-Lektionen

November 26, 2007 under Schreiben

Dinge die ich bei meiner allerersten NaNoWriMo-Teilnahme gelernt habe (und das nächste Mal bzw. bei künftigen Projekten berücksichtigen werde)

  • 30 Tage sind keine 30 Tage.
    Mit sehr viel Glück komme ich auf 25 Tage, an denen ich in der Lage bin zu denken und mich ohne massive Drogenzufuhr klar zu artikulieren bzw. zum Schreiben aufzuraffen. Wenn ich Pech habe, fallen zwei PMS/Menstruationsperioden in diese Phase. Will ich mir also ein realistisches Schreibziel setzen, sollte ich die 50K auf, sagen wir, 20 Tage aufteilen. 2.500 Wörter am Tag.
  • Ich brauche eine klare Plot-Outline.
    Ich kann gut drauflos schreiben, wenn ich weiss wo ich hinwill und wo ich herkomme. Beim aktuellen Projekt leide ich daran, dass ich zwar einen Start- und Endpunkt der Story habe, aber das Dazwischen ein graues Wabern ist. Wenn ich Fan-Fiction schreibe oder einen zeitgenössischen Roman, ist der Kontext relativ stark vorgegeben, im vorliegenden Fall eines Post-Klimakatastrophe-SciFi muss ich mir vieles genau überlegen und schlüssig aufbauen (und dem Leser nicht allzu nervig beibiegen).
    Diese Denkarbeit sollte ich im Wiederholungsfall stark vor den tatsächlichen Schreibprozess legen. Ein grober Rahmen, evtl. in Art alter Kapitelüberschriften (In welchem wir Claires wahre Natur kennenlernen, die Helden in ein Labor einbrechen, Hagen feststellt dass sein ehemaliger Kollege am gleichen Projekt gearbeitet hat wie er, und ein Ausflug in eine virtuelle Welt vonnöten wird) ist unerläßlich, auch um den Überblick über den Plot nicht zu verlieren.
  • Charakterentwicklung und Erzählperspektive
    Ich habe die Entwicklung meines Hauptchars ganz gut hinbekommen, aber es zeichnet sich ab, dass viele Nebenfiguren angesichts der Storyline Staffage bleiben, abziehbildhaft umrissen, was auch an der Erzählperspektive liegt (der Protagonist entdeckt gemeinsam mit dem Leser, frei nach James N. Frey, was zum Teufel wirklich los ist). Die Perspektive macht zwar die Handlung straffer, erschwert aber gleichzeitig auktoriale Einschübe über die anderen Charaktere, die deren Handlungen besser beleuchten. Im Grunde läuft mein aktuelles Projekt auf ein First-Person-Adventure raus, auch wenn die Geschichte in der 3. Person erzählt wird. Wenn ich mir einen solchen Erzählstil aussuche, ist es evtl. sinnvoller, auf die Erste-Person-Perspektive zu wechseln und mir dann Stilmittel von Autoren abzuschauen, deren Ich-Erzähler-Romane mir gut gefallen.
    Eine grössere Zahl von Charakteren die immer wieder auftauchen muss so eingebunden werden, dass sie genug Tiefe und Entwicklungsspielraum haben, und für die Charaktere sollte ich mehr Vorarbeit leisten. Einfach drauflosschreiben funktioniert in diesem Erzählrahmen für mich nicht. Das betrifft vor allem physiologische Merkmale, aber auch Macken, Marotten, Traumata, Motivationen, und auch beschreibende Alternativen – es wird langweilig immer nur mit dem oder den Namen einer Figur zu agieren.
  • Fluchtpunkte und Zeitfenster
    Normalerweise schreibe ich am Besten da wo es ruhig ist und ich allein bin oder mich so fühle. Mein favorisierter Arbeitsplatz ist mein Schreibtisch, aber es kann auch eine Bibliothek sein (so es leise ist) oder ein Café. Ich schreibe ausserdem gern sehr früh morgens und am Nachmittag.
    Der morgendliche Schreibfaktor hat diesen November darunter gelitten, dass unser Schlafzimmer momentan unbenutzbar ist (neues Bett kommt in 1 Woche, in der Wohnung herrscht zusätzlich ablenkendes Chaos) und ich von daher nicht einfach meinen Mann schlafen lassen kann und aufstehen. Mit den Wechselschichten des Liebsten habe ich auch so meine Probleme, da ich automatisch warte bis er zur Arbeit gegangen ist, egal wann… In der Zukunft heisst das, mir feste Zeitfenster für das Schreiben zu resrervieren (etwa, immer früh aufzustehen und zu schreiben, egal ob er Früh- oder Spätschicht hat), aber auch, mir Fluchtpunkte zu eröffnen, von vorn herein drei Stunden im Café oder zwei Stunden in der Bibliothek einzuplanen, in denen ich schreiben (oder recherchieren) kann, ohne das Gefühl zu haben, ich müsste zu Hause Dinge erledigen, ohne mich zu verzetteln. Ich muss mir solche Zeiten als Arbeitszeiten in den Kalender eintragen und mich dann auch daran halten.
  • ADD-friendly ways to organize your work
    Ich bin mir ziemlich gut der Tatsache bewusst, dass meine Motivations- und Arbeitsrhythmen stark schwanken und ich – so nicht der Hyperfokus zuschlägt – entsprechende Diversität in meinen Tätigkeiten haben werde. Es ist also illusionär anzunehmen dass ich konsistent 20 Tage lang jeden Tag 3000 Wörter schreiben kann oder werde, auf der anderen Seite weiss ich, wenn ich mich in ein Thema vertieft habe, können es auch mal 15.000 an einem Tag sein… Angesichts meiner ebenso stark schwankenden Insomnia können auch Zeitfenster sich schnell erledigen, da heisst es dann die Zeit effektiv zu nutzen, heute zum Beispiel war die Nacht um 3:40 Uhr zu Ende, von 4 Uhr bis etwa 5:45 habe ich geschrieben, mich dann nochmal müde ins Bett gelegt und tatsächlich noch ein wenig schlafen können. Das sind aber eben grundsätzliche Dinge die mit meiner neurologischen Verdrahtung zu tun haben, weniger spezifisch mit dem Schreiben.

Summa Summarum

Ich habe ernsthafte Zweifel, dass ich die 50k dieses Jahr schaffe. PMS ist einer der Gründe dafür, und auch die obigen Punkte tragen dazu bei. Das ist zwar schade, aber ich betrachte es nicht als Verlust, egal wieviele Wörter der Word Count in 4 Tagen zeigen wird. Faszinierenderweise treffen nicht nur alle Vorurteile über Writer’s Block auf mich zu, ich stelle tatsächlich fest dass der NaNoWriMo – neben dem offensichtlichen Ziel einen Roman zu schreiben – auch noch andere Vorzüge hat. Ich habe Ideen für andere Projekte gesammelt, jede Menge Texte für Blogs geschrieben die ich seit Wochen vor mir her schiebe, und auf diese Weise die kreativen Energien durchaus für mich und meine Schreibarbeit genutzt. Das ist nicht bloß Vermeidungsverhalten, es ist auch ein großer Funken Schreiblust dabei, den dieser NaNoWrimo neu entzündet hat. Darum bin ich auch nicht zu traurig dass ich heute erst bei knapp 26.000 Wörtern bin. Ich habe tatsächlich ein grosses Stück an einer bisher nur vagen Plotidee gearbeitet und vor allem viel dazu gelernt das mir bei den künftigen Projekten helfen wird, insofern ist es auf jeden Fall ein Gewinn. Und der Roman wird weiter und zu Ende geschrieben werden.

Elmore Leonard und die Kunst des Schreibens, Teil 2

November 3, 2007 under Autoren und Bücher, Schreiben

Auf einer Mailingliste auf der ich stehe hat jemand Elmore Leonard’s 10 Rules of Writing gekauft und gelesen, sein Fazit war:

The book is a reprint of an essay written for the NY Times in July 2001, and it’s spread over some 90 pages. Laconic barely begins to describe it; there can’t be more than 1000 words here.

Ich hatte ja schon vermutet dass auf 96 Seiten nicht allzu viel stehen würde; ein weiterer Teilnehmer hat dann noch den Original-Artikel von Elmore Leonard ausgegraben – den kann man hier nachlesen. Ich hab mir mal ein PDF davon gemacht. Irgendwie bezweifle ich nach der Lektüre, dass das Büchlein deutlich mehr liefert. So wirklich neu sind die meisten Sachen darin ebenfalls nicht…

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Brief an A.

Oktober 23, 2007 under Leben, Schreiben

Heute habe ich einen Brief an A. fertiggestellt, eigentlich gestern, heute zur Post gebracht. Obwohl ich die Briefe an ihn oft im Kopf Tage im Voraus formuliere, dauert es meist mehrere Wochen bis ich damit fertig bin – nicht dass mir das Englische nicht läge, im Gegenteil… ich weiss nicht ganz woran es liegt, ich war jahrelang selbst von Hand eine gute Briefschreiberin, habe lange, regelmässige Briefe geschrieben. Vielleicht hat es damit zu tun, dass auch nach einigen Briefen hin und her das Verhältnis zwischen uns recht merkwürdig ist – wie sollte es auch anders sein.

A. sitzt in lebenslanger Haft in einem Gefängnis in den Südstaaten der USA. A. ist schwarz, ein Mann mittleren Alters. Bis heute weiss ich nicht weswegen er verurteilt wurde, die Website, die derlei Brieffreundschaften vermittelt – Stimmen von drinnen – empfiehlt, Häftlinge nicht danach zu fragen, wenn sie nicht von selbst damit herausrücken, weil vielen ihr voriges Leben peinlich und unangenehm ist, sie sich angesichts ihres bedrückenden Allages lieber auf Dinge konzentrieren möchten, die nichts mit ihrer Haft zu tun haben. Verständlich. Das stelle ich auch bei A. fest, dem ich nun über ein Jahr schreibe.

Er sagt, dass sein Alltag daraus besteht 23 Stunden am Tag in einer Zelle zu sitzen, 1 Stunde am Tag Bewegung zu haben. Ich weiss dass es in seinem Gefängnis Menschen mit mehr Privilegien gibt, ich frage mich manchmal schon, was er auf dem Gewissen hat. Nachdem A. mir gerade geschrieben hat, dass eine Gesetzesnovelle in USA ihm möglicherweise eine Option auf einen neuen Prozess eröffnet, bei dem er – natürlich – glaubt freigesprochen zu werden, habe ich mich vorsichtig getraut, ihn nach seinem Fall zu fragen, ich bin gespannt ob er antwortet. Bislang war er sehr sparsam mit persönlichen Informationen.

Warum habe ich mir ausgerechnet jemanden aus der Todeszelle bzw. mit einer lebenslänglichen Haft ausgesucht?

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Elmore Leonard und die Kunst des Schreibens

Oktober 17, 2007 under Autoren und Bücher, Schreiben

Elmore Leonard ist einer der Autoren, die ich – ganz im Gegensatz zu meinen üblichen Lesegewohnheiten – gerade wegen der knackigen Würze und Kürze ihrer Bücher schätze. So verwundert es auch nicht, dass das neue Buch des Autors, das sich mit dem Schreiben befasst, nur knappe 96 Seiten in der gebundenen Ausgabe umfassen wird.



Elmore Leonard’s 10 Rules of Writing

Um was geht es?

For aspiring writers and lovers of the written word, this concise guide breaks down the writing process with simplicity and clarity. From adjectives and exclamation points to dialect and hoopetedoodle, Elmore Leonard explains what to avoid, what to aspire to, and what to do when it sounds like “writing” (rewrite).

schreibt Verleger HarperCollins auf der Website zum Buch.

Elmore Leonard’s 10 Rules of Writing erscheint am 30. Oktober 2007 – und steht fest auf meiner Leseliste! Ich bin gespannt was der Großmeister des lakonisch-lebensechten Dialogs in dieses Büchlein packt.

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November ist NaNoWriMo

Oktober 12, 2007 under Schreiben

NaNoWriMo steht für National Novel Writing Month und wurde 1999 in den USA ins Leben gerufen, hat aber längst alle Ländergrenzen hinter sich gelassen. Die Idee ist, binnen 30 Tagen einen Roman von mindestens 50.000 Wörtern zu schreiben. Mitmachen kann jeder, die Anmeldung ist kostenlos.

Die Wikipedia dazu:

Natürlich ist es fast unmöglich, in 30 Tagen einen perfekten Roman zu verfassen, aber das ist auch nicht das Ziel des NaNoWriMo. Laut seinem Erfinder Chris Baty geht es hauptsächlich darum, durch die engen zeitlichen Vorgaben die Hemmung zu überwinden, einfach drauf los zu schreiben. Viele Menschen, die eigentlich gerne ein Buch schreiben möchten, würden von Anfang an zu hohe Anforderungen an sich stellen und schnell entmutigt aufgeben. Beim NaNoWriMo soll der “innere Lektor” für einen Monat abgeschaltet werden und schnell ein erster Romanentwurf geschrieben werden, der dann später (z.B. im NaNoEdMo, dem National Novel Editing Month) immer noch korrigiert und umgeschrieben werden kann. Durch den Zeitdruck entwickelt die Geschichte dabei eine ganz eigene Dynamik die oft den Autor selbst überrascht.

Ich habe mich auch angemeldet und für meine Teilnahme unten bei ‘About’ ein kleines Icon eingefügt. Hier für den Artikel einmal in gross:

Ich habe so viele Schreibprojekte offen, dass mir der Druck, wirklich mal 30 Tage am Stück draufloszuschreiben, nur gut tun kann, selbst wenn etwas anderes dabei herauskommen dürfte als ich mir jetzt vorstelle.

Besonders gelobt wird der Community-Aspekt des NaNoWriMo, die vielen Foren und der starke Austausch zwischen den Teilnehmenden – selbst bei Flickr gibt es mittlerweile eine NaNoWriMo-Gruppe.

Offizielle Website zum Projekt und alle Infos, Userforen etc.: http://www.nanowrimo.org/

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Gedankenfindungstörung

Oktober 11, 2007 under Leben, Schreiben

Seit Stunden sitze ich an einem Text über mein derzeit sehr gespaltenes Verhältnis zu Blogs, dem Bloggen an sich und der deutschen Blogosphäre bzw. einem relativ prominenten Querschnitt derselben. Ich habe einige hundert Zeilen Text geschrieben, verworfen, neu geschrieben, umgeschrieben, gelöscht und von vorn angefangen. Was ursprünglich ein Essay zur Blogkultur hätte werden sollen oder ein Abschied aus der Welt des Bloggens, entzog sich mir immer mehr. Der Nucleus des Textes mutierte beim Schreiben zu etwas völlig anderem, das mit dieser Ausgangsidee nichts mehr gemein hatte, dem es an innerer Struktur fehlte, und das so gar nicht das ausdrückte was ich sagen wollte. So etwas passiert mir selten.

Zum Glück ist dies keine Auftrags- oder gar Terminarbeit, sondern einfach “nur” ein Thema das mich beschäftigt und über das ich heute beim Schreiben sehr intensiv nachgedacht habe. So intensiv, dass ich nach einigen Einsichten beschlossen habe, dieses Blog neu aufzusetzen und mich hier ausschließlich und aus meinem gänzlich subjektiven Blickwinkel einer Autorin mit Themen rund ums Schreiben auseinanderzusetzen.

Normalerweise fließen Worte und Gedankenfäden mir einfach in die Tastatur. Ich strukturiere schreibend meine Gedanken. Wenn das Ergebnis ein anderes ist als das erwartete, ist das in auch in Ordnung. Aber was macht man als Autor, wenn ein Text einfach nicht so will wie man sich das gedacht hat?

Nachdem ich mir Mühe gegeben und Zeit genommen habe, konzentriert daran zu arbeiten, ich mir also nicht mehr beweisen muss, dass ich mich ernsthaft damit auseinandergesetzt und nicht einfach aufgegeben habe, nachdem ich das Thema von verschiedenen Blickwinkeln und sprachlichen Perspektiven und Ansätzen her angegangen bin, bin ich immer noch nicht da wo ich hinwollte, nämlich bei einem sinnvollen, strukturierten Text. Das ist ärgerlich, aber es ist kein Weltuntergang.

Meine Lösung für heute: ich archiviere die Textfragmente die stehen geblieben sind zur späteren Verwendung oder Begutachtung, und lasse das Thema ruhen, bis es geschrieben werden will. Oder eben auch nicht.

Und was könnte passender als Einstiegspost in dieses Blog sein als meine eigene kleine Schreibblockade, die gleichzeitig auch Geburtshelfer für dieses Blog war?

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U.S.S. Longbeard – Teil 3

Mai 16, 2007 under Schreiben

Begegnung im neutralen Raum [Lasse Bjoern Wittland]

Ort : Brücke der Longbeard

Irgendetwas piepte. Bosley, der ausnahmsweise einmal nicht damit beschäftigt war für K’YaRT’ash Kartoffeln zu schälen oder einem der Admiräle die Schuhe zu wienern hatte die freie Zeit genutzt, um sich einmal ein wenig mit den eigentlichen Aufgaben eines Sternenflottenoffiziers zu beschäftigen und an der Sensorkontrolle der Longbeard platzgenommen. Nicht dass momentan viel zu tun gewesen wäre. Commander Longbottom-Hijacker hatte eine Notabschaltung des Warpkerns verursacht als er versucht hatte dessen Energie direkt in den Swimmingpool umzuleiten um diesen aufzuheizen. Diesmal war glücklicherweise nichts weiter passiert, aber für die nächsten Stunden war die Longbeard auf die Impulsantriebe beschränkt, bis der Kern wieder in Betrieb genommen werden konnte. Aber auch daran gewöhnte man sich auf diesem Schiff.

Wieder das Piepen. Schnell merkte der junge Mann, dass das Piepen von seiner Konsole kam, und mit wenigen Handgriffen hatte er die Ursache ausgemacht.

“Captain? Ich empfange hier seltsame Werte auf den Nahbereichssensoren.”

“Was?” erkundigte Jo sich und schlug wiederwillig die Augen auf.

“Ich empfange hier seltsame Werte auf den Nahbereichssensoren.” wiederholte Bosley geduldig.

“Ich weiss, was Sie gesagt haben.” fuhr Jo unwisch auf und erhob sich von seinem Kommandosessel. “Oder sehe ich aus wie Gerry? Ich will wissen, was Sie empfangen!”

“Natürlich.” murmelte Bosley und gab eine Reihe Anfragen ein. “Ich kann es leider nicht genau sagen. Seit Commander Longbottom-Hijacker den Signalverwertungsprozessor aus der Hauptsensorphalanx ausgebaut hat um den Flipper im Kasino zu reparieren ist es schwer, da draussen überhaupt etwas zu erkennen.”

“Manchmal muss man eben Prioritäten setzten.” meinte Jo und baute sich hinter Bosley auf. Er wollte damit die Autorität, die ihm als CO zustand, weiter unterstreichen. Dieser ärgerte sich aber nur still darüber, das ihm sein Vorgesetzter wieder einmal im Licht stand.

“Ich kann definitiv eine Masse vor uns registrieren. Und sie strahlt Energie ab. Ich wuerde vermuten, das es ein Schiff ist, aber ich kann nicht sagen was für eines oder in welcher Richtung es fliegt. Oder wieso wir es jetzt erst bemerkt haben.” fuhr Bosley tapfer mit seiner Analyse fort.

“Ich habe da schon eine Theorie.” brummte Jo. “Ich werde mir später überlegen, wie ich Sie für dieses Nickerchen zur Rechenschaft ziehen werde.”

“Aber ich habe nicht…” wollte Bosley sich verteidigen, wurde von dem Fossil hinter ihm jedoch gnadenlos abgewürgt.

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U.S.S. Longbeard – Teil 2

Mai 10, 2007 under Schreiben

Was heisst hier ALT? [Mela Eckenfels]

“BSD?” erklang es unisono aus dem Mund Bosleys und Snyders.

“Das ist ja wieder typisch.” die Computerhistorikerin richtete sich auf den Knien auf und stemmte die Arme in die Hueften

“Kaum sind ein paar Jahrzente rum, sind die Wurzeln schon vergessen und alle glauben man koennte ein Schiff nicht mehr ohne dieses bunte Geblinke auf den Konsolen steuern.

Die kleine Frau warf den Kopf in den Nacken und fuchtelte wild mit den Haenden rum.

“KEIN Mensch weiss heute mehr das LCARS immer noch auf einem BSD Kernel basiert. Und ueberhaupt hat LCARS nur bei BSD geklaut. Und kein Schwein, nicht mal 99% aller CINGs wissen noch wie sie an den Kern des Systems kommen, an die Innereien. Niemand erkennt mehr die schlichte Schoenheit einer Kommandozeile.”

Snyder und Bosley starrten die Frau an, die offensichtlich uebergeschnappt sein musste. Alleine wie sie schon aussah, dieses Gestell in ihrem Gesicht erkannte zumindest Snyder noch als Brille. Aber _kein_ Mensch trug im 25. Jahrhundert noch Brillen und schon gar keine mit haessliche Gummibaendern welche diese in der Schwerelosigkeit auf der Nase festhielten.

“Naja.. so findet heute wenigstens keiner raus dass er statt zu arbeiten immer noch im Dienst Netmaze spielen koennte.” murmelte die Historikerin leise in ihren Bart.

“Was bitte?” fragte Snyder nach.

“Nichts.” antwortete die kleine Frau laut “…ich habe _Nichts_ gesagt. Oh, Sie haben mir Kaffee mitgebracht.”

Bevor Bosley reagieren konnte hatte ihm die Historikerin schon die Thermoskanne abgenommen, diese aufgeschraubt und hatte mit einem geuebten Handgriff einen Schluck Kaffee in die Schwerelosigkeit entlassen. Diese Fluessigkeitsblase schwebte nun vor der Nase von Dr. Dr. Montabaur, und wurde von dieser mit spitzen Lippen aufgesaugt.

// Mein Kaffee. // dachte Bosley.

// Mein Kaffee. // dachte Snyder.

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U.S.S. Longbeard – Teil 1

Mai 9, 2007 under Schreiben

Die folgende Geschichte wurde nicht von mir alleine geschrieben, sondern entstand im Rahmen eines kooperativen E-Mail-Rollenspiels zum Thema StarTrek – www.sf-germany.org – mit verschiedenen Co-Autoren. Da die Handlung um die USS Longbeard jedoch in einem großen Mailinglistenarchiv mit vielen anderen Plots nur einen winzigen Bestandteil ausmacht, noch dazu auf Einzelmails verteilt die oft mit großem zeitlichem Abstand entstanden sind – die Originalposts findet man im Yahoo-Archiv der Raumstation USB Ganymed, wenn man Longbeard als Suchbegriff eingibt – habe ich mich daran gemacht, diesen Plot gesondert an prominenter Stelle zusammen zu führen, da er meines Erachtens zum Besten und Witzigsten gehört, das auf dieser Liste geschrieben wurde. Ich werde im Folgenden jeweils kennzeichnen, wer welchen Teil geschrieben hat, dabei aber gleich Fehler soweit möglich korrigieren und Bezüge und Zusammenhänge versuchen herzustellen.

Was ist die USS Longbeard? In der Kurzfassung ist die Longbeard ein ganz normales Sternenflottenschiff, wie es auch die USS Enterprise oder die USS Voyager sind. Nunja, fast ganz normal. Wie der Name schona ndeutet, sind hier hauptsächlich ausgediente altgediente Recken der Sternenflotte auf ihrem letzten Flug, Admiräle a.D., denen nach ein wenig Sternstaub um die Nase wehen und einer richtigen Aufgabe der Sinn steht, sowie einige Helferlein – kurzum, ein fliegender Rentnerclub, der von vornherein eher als Comedy-Einheit angelegt war. So nimmt sich das alles auch nicht furchtbar ernst… :-)

Willkommen an Bord der U.S.S. Longbeard!

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Listengedichte: Blau

Mai 9, 2007 under Schreiben

Beide Texte sind 1998 entstanden aus einer Aufgabe die ich in einem von mir gehaltenen Kreativ-Schreiben-Kurs (online) gestellt hatte.

blaue träume

blau ist weite
blau wie der himmel
blau ist kühle und erfrischung
blau wie der ozean
blau ist ausgleich
blaues rauschen
blau ist ferne, ver-
blauung
blau ist freiheit
blau ist ruhe
blau wie ein stiller see
blau ist fliegen
blau wie die tauben
blau ist natur
blau ist eine primärfarbe
blau ist kunst

(Zum Titel: Im Spanischen wünscht man sich nicht süße, sondern “blaue” Träume wenn man ins Bett geht – sueños azules)

blau

blau blau blau ist der enzian
blauäugige sichtweise
blau ist er nicht, sondern violett; nicht
blau, sondern farblos, macht er
blau

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