Heute Nacht habe ich zum ersten Mal seit langem wieder nachvollziehbar bildhaft geträumt und kann mich dran erinnern.
Ich bin mit meinem Vater unterwegs im Hochgebirge, in einem Auto, so etwas ähnliches wie ein schwarzer Celica. Wir machen einen Ausflug auf einen Berg an dem ein Fluß entspringt, der für ihn eine mythische Bedeutung hat. Sinngemäss ist es die Fulda und irgendwo bei Kassel, aber die Umgebung ist eher Rocky Mountains / Hochalpen. Wir kommen an einen Aussichtspunkt mit einem großen Hotelkomplex. Nach einigem Herumlaufen wollen wir weiter, er hat Bauchschmerzen und will nochmal aufs Klo. Ich denke, keine schlechte Idee und tappere Richtung Sanitärtrakt. Dort lande ich in einem wahren Labyrinth, das am Eingang zum Berg-Spa beginnt, gewundene Gänge, eine Kasse die Spa-Eintritt will aber mich ignoriert, ich komme an Duschen vorbei, unter den Abtrennungen sind nackte haarige Beine zu erkennen, Dampf strömt heraus und ich denke wie peinlich es wöre jetzt irgendwem zu begegnen dem nackt vor mir steht. Irgendwo muss doch auch mein alter Herr eine Toilette gefunden haben…
Schließlich finde ich eine Nische in der ein Gang zu den WCs abgeht, links Herren, rechts Damen. An zwei der Damentoiletten befindet sich ein rotes Symbol das für *Blut* steht – wie geschmacklos.
Wenig später warte ich im Bistrorant auf meinen Vater und begegne einer alten Schulfreundin, Charlotte. Ich weiss dass wir 50 km von ihrem Wohnort entfernt sind und biete ihr an sie mitzunehmen, wenn ich auch gewisse Zweifel habe, dass es auf dem Rücksitz des Celica allzu gemütlich ist. Sie druckst herum und ziert sich, ihre Eltern seien den ganzen Tag in Hann-Münden, aber nein, sie wolle nicht mit. Gut, denke ich, dann eben nicht.
Urplötzlich befinde ich mich an einem Bergabhang, mein Vater wil bergab klettern und ich mache mit. Der Hang ist steil, wildes stacheliges Gestrüpp, unterbrochen von nackter grauer Felswand und rotem Backstein. Wir hangeln uns an maroden Seilen entlang, rutschen immer wieder ab. Ich stürze einige Meter nach unten, alles schmerzt. Mein Vater ist mir weit voraus und läuft vor. Ich komme an einem Absatz an, Waldboden, ein Waldstück, vor mir ist ein tief eingeschnittener Pfad, es regnet, buntes Laub rieselt herab, und ein Schwall Wasser kommt geradezu als Wasserwand durch den Hohlweg auf uns zugeschossen.
Ich rufe meinem Vater zu dass wir uns beeilen müssen, weil wir sonst den Wasserlauf noch mehrere Male überqueren müssen, da dieser sich um den Berg windet. Wenig später stehe ich bis zu den Knien in strudelndem Wasser, kämpfe mich mühsam vorwärts. Vor mir scheint ein kleiner Ort zu liegen. Ich erreiche festen Boden, eine Straße, irgendwo da vorn muss mein Vater sein.
Lautes Geschrei und ein bläuliches Blitzen bringen mich zum Stoppen. Zwischen zwei alten, halb abgerissenen Gebäuden mit Fachwerk liegt ein umgekippter Kran/Bagger, im Führerhaus versucht jemand verzweifelt, dem Schicksal des Zerdrücktwerdens zu entkommen. Mittlerweile tobt rund um uns der Sturm. Wie in Zeitlupe sehe ich den Bagger/Kran zwischen den Häusern nach unten krachen, er reisst eine Leitung herab, ein Gleissen geht über den Himmel, weiss-blau, dann wirft mich etwas von den Füßen.
Gespenstische Stille. Jemand redet mit mir, ich kann es hören, aber ich kann mich nicht bewegen. Ich liege im Wasser das um mich spült, meine Finger kribbeln und werden von kleinen blauen Lichtern umspielt, ein elektrisches Leuchten und Prickeln, ich weiss dass mich ein Stromschlag getroffen hat und mir nur noch sofortige erste Hilfe das Leben retten wird, aber mein Gegenüber hält mich schon für tot…