Liebes Team von Transocean,
ich muss Ihnen einfach mal öffentlich danken für Ihren so höchst persönlichen Kundenservice. Bei Transocean weiss man sich als Kunde immer gut aufgehoben. Ganz besonders Ihre persönliche Art, sich um meine Anliegen und die meiner Lieben zu kümmern, ist mir in den letzten Wochen ans Herz gewachsen.
Das begann schon im vergangenen November, als mir der OPS des Schiffes, auf welchem mein Vater bei einer Ihrer Kreuzfahrten bedauerlicherweise höchst persönlich abhanden gekommen ist, mangels anderer Kontaktoptionen auf eine Mailnachfrage zum Vorgang ganz persönlich nicht antwortete, dafür aber höchst persönlich diese Mail Tage später kommentarlos an die Wasserschutzpolizei Bremerhaven weiterleitete, die dann die Güte besass mich zu kontaktieren.
Auch Ihre Mitarbeiterin an der Info-Hotline, welche meine Mutter telefonisch und ich schriftlich um Unterstützung und Kontaktadressen in dieser eher ungewöhnlichen Situation gebeten hatten, war nach bestem Wissen und Gewissen höchst persönlich bemüht, uns auf gezielte Nachfragen nicht mit den schrecklichen Details einer persönlichen Tragödie belasten zu wollen. Konsequenterweise hat sie deswegen trotz der Zusage sich baldmöglichst zu melden, auf weiteren Kontakt mit uns verzichtet, was ich nur vorbildlich nennen kann.
Ganz besonders habe ich mich dann stellvertretend für meinen Vater gefreut, dass Sie ihm mit dem neuen Flussreisekatalog 2010 im Januar nicht nur eine Freude machen wollten, sondern ihm auch ein gesundes und fröhliches Neues Jahr gewünscht haben – immerhin könnte er nach seiner kürzlich angetretenen Reise über den Styx ja auch fürderhin Interesse an solchen Unternehmungen besitzen.
Auch gute Gesundheitswünsche kann er gerade sehr gut gebrauchen – schliesslich treibt sein Körper seit drei Monaten in der Karibik, da finde ich das sehr nett, dass sie so lieb an Ihre Kunden denken. Nur schade, dass Sie mir auf meine höchst persönliche e-Mail in dieser Sache (abgeschickt übrigens am 20. Januar 2010) bis heute nicht geantwortet haben.
Nun bin ich aber getröstet, sie haben mich bzw. meinen Vater nicht vergessen!
Trotz des unerfreulichen Details dass Ihnen seit Mitte November 2009 bekannt ist, dass er auf einer Ihrer Kreuzfahrten ums Leben kam, versprechen Sie ihm mit Datum vom 25. Januar höchst persönlich, dass ihn “atemberaubende und exotische Fernziele im Winter 2010/2011 bezaubern” werden. Darf ich daraus schliessen dass Sie über Informationen zu seinem Aufenthaltsort bzw. dem seiner sterblichen Überreste verfügen? Das würde mir nun wirklich eine Riesenfreude machen.
Bis dahin verbleibe ich in der Erwartung des nächsten Kataloges für eine Kreuzfahrt auf “meiner persönlichen ASTOR”
mit höchst persönlichen Grüssen
Ihre Petra Hildebrandt
UPDATE – 25. Februar 2010
Ich war gerade in der Wohnung meines Vaters, wo mich ein Schreiben von Transocean an mich, datiert auf den 3. Feburar 2010, erwartete. Darin entschuldigt sich (das neu aufgestellte Unternehmen) Transocean Tours sehr höflich und eindringlich für die Fehlleistung. – Danke.
3 Responses to "Offener Brief an TransOcean"
*Prust* der Text ist genial! Aber ich bezweifle das die den jemals lesen, geschweige den da irgendwas tun/ändern. Wenn müsste der wohl direkt an den Chef oder so.
Ich hoffe ein Link an den “Chef” ist weitergeleitet … Genial!
Dann weiss ich ja jetzt, wo ich besser niemals über, äh an Bord gehen werde.