TV geht grösstenteils an mir vorbei – ganz besonders sogenannte Unterhaltungssendungen. Ich wüsste keinen Grund mir sowas wie die Verleihung von Bambis oder anderen Fernsehpreisen, egal wo sie herkommen, anzusehen – da zeichnen sich sowieso immer nur dieselben paar Nasen gegenseitig aus, und es werden vielleicht noch Filme hochgelobt die ich als Steuerzahlerin mit Filmförderung und als Gebührenzahlerin mit GEZ finanziert habe und die dennoch selten wichtig aufregend oder interessant sind. Da werden schlecht aus dem Ausland abgekupferte Formate mit unsäglich dämlichen Haupt Selbstdarstellern gelobt – wtf?
Interessieren tun mich maximal gut gemachte Serien, die es auf dem deutschen Markt ohnehin nicht gibt – wegen ihres Storytelling und ihrer Charaktere – und da bevorzuge ich seit langem den englischen O-Ton, auch hier kann deutsches TV nicht punkten.
TV-News beschränken sich auf den Tagesschau-Satzbaukasten und Verlautbarungsjournalismus, die Glotze ist mehr denn je ein Verdummungsinstrument und das TV-Wesen eine selbstbedienende Kommerzmaschine. Fernsehen? Was ist das?
Die einzige Sendung (die sich mit Büchern befasst), die ich regelmässig schaue, ist Was Liest Du mit Jürgen von der Lippe, weil dort unbelastet von Verlagspromo und Bestsellerlisten mit Spaß an der Freud Bücher vorgetragen werden, an denen Gastgeber und Gast sich erfreut haben – und diese Begeisterung auch dem Zuschauer vermitteln, da muss kein literaturwissenschaftlicher Diskurs, kein Gutmenschentum durchblinken, da steht das Werk für sich.
Und dann schlägt plötzlich das Nachrichtenwesen hohe Wellen, weil, o Schreck, ein Marcel Reich-Ranicki vor laufenden Kameras keinen Bock hatte sich als Aushängefigur für den Schmäh herzugeben, den die versammelte angebliche Fernsehelite präsentierte, und der Aufschrei ist laut und die Empörung in verschiedenen Richtungen gross.
Zwischen “Eklat” und “grosses Kino” bewegen sich die Reaktionen. Und ich denke immer noch, wtf?
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