100 Bücher

Februar 16, 2010 under Autoren und Bücher

Bei Don Dahlmann stiess ich auf eine Liste der 100 Bücher die angeblich bei Deutschlands Lesern am beliebtesten sind. Angesichts der Verkaufszahlen von Stephanie Meyer und Joanne Rowling wage ich die Liste leise anzuzweifeln. Das ist wie immer: glaube keiner Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast… wie solche Kanon-Listen zustande kommen darüber kann man ja trefflich diskutieren.

Dennoch finde ich den Soll-Ist-Vergleich wie auch bei Anke Gröner oder Frau Kaltmamsell spannend. Irgendwann muss ich mal meine eigene 100 books to read before you die-Liste bauen, glaube ich.

Danke für die Inspiration, hier ist meine kommentierte Liste. Fett gesetzt = habe ich gelesen.

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien
Da muss ich im Teenager-Alter gewesen sein und habe Bücher inhaliert. Dennoch hat mir Band zwei arg viel Geduld abgerungen die ich heute nicht mehr aufbrächte. Heute würde ich das Buch allerdings auch im Original lesen. Auf Deutsch geht übrigens für mich ausschliesslich die (alte) Carroux-Übersetzung. Die von Krege funktioniert für mich aus vielen Gründen nicht. Aus der Kategorie blödsinnige, niemals umgesetzt werdende Projekte: den Herrn der Ringe _vernünftig_ neu übersetzen… Kultfaktor? Kult ist für mich vor allem Tolkiens akribische Arbeit bei der Erschaffung seines “Universums” einschliesslich kompletter Sprachen.

2. Die Bibel
Okay, ich habe sie nicht komplett gelesen. den Faktor quergelesen kriege ich hin. Ich habe die erforderlichen Evangelien gelesen, weite Teile des Alten Testaments, die Johannesoffenbarung und eine ganze Menge mehr, teils erzwungen (Religionsunterricht), teils freiwillig, teils mehrmals nach der Lektüre von Franz Buggle oder Karlheinz Deschner, teils in der Diskussion mit Pietisten meiner damaligen erweiterten Familie. Wie ich überhaupt den Eindruck habe, dass sich Atheisten in der Bibel oft besser auskennen als Gläubige… Muss man als Schreibender vor allem wegen der Folgen für die deutsche Sprache seit Luther in Form geflügelter Worte, Redewendungen etc. kennen.

3. Die Säulen der Erde, Ken Follett

4. Das Parfum, Patrick Süskind
Als Hardback kurz nach dem Erscheinen gelesen. Sprachlich wie sinnlich faszinierend.

5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry
Ein Buch dem ich eben so wenig abgewinnen kann wie dem Film Forrest Gump. Vielleicht mangelt es mir einfach an der passenden Grundhaltung. Oder es ist meine grundsätzliche Antipathie gegen alles was irgendwie hypig ist. Oder vielleicht die Tatsache dass .. ach egal. Overrated.

6. Buddenbrooks, Thomas Mann
Ich habe einiges von Mann gelesen, aber seltsamerweise nicht die Buddenbrooks. Ist auf meiner mentalen “Wenn ich mal zwei Wochen im Winter an der Ostsee Urlaub mache”-Liste,

7. Der Medicus, Noah Gordon

8. Der Alchimist, Paulo Coelho

9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling (nur englisch)
Ich habe Harry Potter nie gelesen, vielleicht auch wegen der Hype-Allergie. Oder weil mich kleine zaubernde Jungen per se nicht ansprachen. Steht auf der Vielleicht-und-wenn-dann-im-Original-Liste.

10. Die Päpstin, Donna W. Cross

11. Tintenherz, Cornelia Funke

12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon

13. Das Geisterhaus, Isabel Allende

14. Der Vorleser, Bernhard Schlink

15. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe
Musste ich in der Schule lesen. Hat mich thematisch nur bedingt gefesselt, vielleicht aber auch weil ich zu dem Zeitpunkt schon sehr viel mehr Literatur intus hatte als die meisten meiner Klassenkameraden. Goethes Sprachgewalt beeindruckt mich, der Faust an sich, nunja. Fällt unter muss wohl, wenn man Abitur gemacht hat. Meines Erachtens hat die Welt schon spannendere Stücke gesehen.

16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón

17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen (nur englisch)

18. Der Name der Rose, Umberto Eco
Die ersten 50 Seiten haben mich ziemlich genervt. Aber zu der Zeit lernte ich noch Latein in der Schule, und ich habe bis heute Spaß an diesem Buch, es ist unglaublich vielschichtig und ich entdecke immer noch neue Dinge die Eco darin verwoben hat. Die Kriminalgeschichte ist eher banal, die semiotische Reise durch die Kulturgeschichte dagegen ein Klops von der Komplexität der (an Borges angelehnten) Bibliothek des Klosters, deren Topographie mich schon als Teenager fasziniert hat.

19. Illuminati, Dan Brown
Muss ich unbedingt lesen, und zwar im Original, weil ich schon diverse Aufsätze über die unglaublich schlechte Schreibe des Autors gelesen habe. Kann aber vermutlich nur ein Verriss bei rauskommen.

20. Effi Briest, Theodor Fontane

21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling (nur englisch)

22. Der Zauberberg, Thomas Mann
Habe ich auch zu meinen Teenagerzeiten gelesen. Gab mir damals nichts. Das könnte mir heute anders gehen, aber mein Lesestapel ist so hoch, dass ich wohl nie die Zeit in einen zweiten Anlauf investieren werde.

23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell

24. Siddharta, Hermann Hesse

25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch

26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende
Noch mehr Teenager-Lektüre. Die fantastischen Welten die Ende zeichnet, waren farbenfrohe Gebilde meiner Fantasie, der moralisch-esoterische Zeigefinger hat mich aber auch schon beim ersten Lesen genervt. Im Grunde war das Buch mein Wunschtraum – eine fantastische Geschichte die niemals endet, in die ich mich flüchten kannt. Die spätere Verfilmung war so grausam am Buch vorbei, dass es mich noch heute schüttelt.

27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn

28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt (auf Englisch)

29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse

30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley (auf Englisch)
Ich muss gestehen, ich habe das meiste von MZB gelesen, und das meiste auf Deutsch und Englisch, dieses Buch allerdings nicht. Ich habe es nur auf Deutsch gelesen, und zwar an einem Stück. Ohne Scherz. Es ist denke ich ein typisches “Frauen”-Buch, nicht nur wegen der für die damalige Zeit als feministisch zu betrachtenden Perspektive, sondern auch der Stil einer Historienerzählung die familiensaga-mässig Legende und Religion mit Intrigen, Liebe, Mord und Magie mischt. Für mich war es ein Augenöffner, der mir den Blick auf Ritterromantik und Artussage für Jahrzehnte verändert hat.

31. Deutschstunde, Siegfried Lenz

32. Die Glut, Sándor Márai

33. Homo faber, Max Frisch
Musste ich kurz vor dem Abitur lesen. Ich habe dieses Buch mit Inbrunst gehasst und nie wieder so viel Mühe gehabt etwas fertig zu lesen.
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