Die spinnen die Thais

Januar 19, 2009 under Politik

Gerade lese ich bei der BBC, dass in Thailand ein australischer Autor für 3 Jahre in den Knast geht, weil er in einem Roman einem fiktiven thailändischen Kronprinzen (ohne Namen) einen skandalösen Lebenswandel unterstellt hat.

Angeklagt bzw. verurteilt ist der Mann wegen eines Absatzes (sic!) in einem Buch von dem ganze 7 Exemplare existieren, dessen einziges noch existierendes interessanterweise öffentlich zugänglich in der Thai National Library steht, und was er sich hat zuschulden kommen lassen ist unverzeihlich: Beleidigung des Königs, eines Kronprinzen und der Monarchie.

Ich kann ja verstehen dass die Thais ihren König verehren, aber das ist meines Erachtens eine vollkommen inakzeptable und überzogene Reaktion…

Lektion: ich sollte niemals etwas schreiben das auch nur entfernt das thailändische Königshaus berührt, sofern ich in dem Land je wieder Urlaub machen will.

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Noch 24 Stunden

Juni 19, 2007 under Web 2.0

Eigentlich hatte ich in den letzten Tagen was anderes machen wollen… eigentlich sollte ich an einem Projekt arbeiten dem ich um Wochen hinterherhinke… eigentlich. Eigentlich wollte ich zu der Flickr-Geschichte Abstand nehmen, abwarten und Tee trinken, wie man so schön sagt. Eigentlich habe ich mir selbst den 10. Juli als entgültigen Entscheidungstermin in Sachen Flickr gesetzt – eigentlich…

To all my friends

Statt dessen habe ich seit Samstag wenig anderes getan als Flickr-Diskussionsforen zu lesen, dort zu kommentieren und Usern zu erklären was vorgefallen ist und warum sich Flickr-Deutschland (oder doch zumindest der denkende Teil davon) so aufregt, Blogs zu lesen, und mich intensiv nach Alternativen umzusehen. Als mich dann gestern eine gute Freundin fragte, was sie nun mit ihrem Flickr-Account machen solle, mich um meine Meinung fragte, wurde mir klar, dass das mit dem 10. Juli theoretisch sehr schön ist und den Flickrites genug Zeit gibt sich zu äußern – aber das die Entscheidung im Inneren längst gefallen ist.

Flickr war für mich seit 2004 eine super Community; mit Flickr habe ich wieder Spaß am Fotografieren gefunden, viele atemberaubend schöne Bilder gesehen, eine Menge über Fotografie und Technik gelernt, wahnsinnig freundliche Menschen kennengelernt, ich habe andere zum Fotografieren animiert, mich ausgetauscht, Spaß gehabt. Flickr war für mich ein zweites Zuhause. Das alles, diese Community, das muss man ganz klar sagen, ist immer noch da, egal ob nun Yahoo! auf dem Etikett steht oder ich mir nackte Körper ansehen darf oder nicht. Aber meine Einstellung zu Flickr hat sich geändert.
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Flickr und die Zensur

Juni 13, 2007 under Web 2.0

WE are the content. No Censorship.

Vollmundig kündigte Flickr gerade seinen deutschen Usern (und einigen anderen) an, dass es nun tolle Neuerungen gäbe, etwa Flickr auch in Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Koreanisch, Chinesisch, Portugiesisch und Italienisch. Von der fragwürdigen Qualität der Übersetzung (will ich mich wirklich von einem Webdienst den ich seit Jahren nutze Siezen lassen im Web 2.0?) mal abgesehen hat die Sache einen kleinen Schönheitsfehler. Verschwiegen haben die Burschen dabei folgendes:

Benutzern aus Deutschland, Singapur, Hongkong oder Korea zeigt Flickr laut FAQ Fotos, die als “moderate” (“mittel”) oder “restricted” (“eingeschränkt”) markiert sind, nicht mehr über die Suchfunktion an: “Wenn Sie eine Yahoo-ID aus Singapur, Deutschland, Hongkong oder Korea verwenden, können Sie aufgrund der dortigen Geschäftsbedingungen die sichere Suche nicht abschalten. [...] Die Filter für die sichere Suche greifen auch dann, wenn Sie sich auf Flickr bewegen. Wenn Sie beispielsweise auf ein Foto stoßen, das nicht in Ihre Einstellungen passt, werden Sie dieses Foto nicht sehen. (Wenn Sie angemeldet sind, werden Sie nach einer Warnung trotzdem das Foto sehen können, außer, wenn der Inhalt ‘eingeschränkt’ ist und Sie unter 18 Jahre alt sind).” – Quelle: heise.de

Begründen tut Flickr dieses Vorgehen damit, dass die lokalen Gesetze es verbieten dass ein Internetanbieter entsprechenden Content (es geht u.a um Aktfotos!) in den jeweiligen Ländern öffentlich macht.

Das führt zu absurden Situationen wie der, dass User ihre eigenen Bilder, die sie nach Flickr-Richtlinien als ‘unsafe’ oder ‘restricted’ getaggt haben, nicht mehr sehen können, oder Gruppen-Admins ihre Gruppen nicht mehr richtig moderieren können, weil sie nicht alle eingestellten Bilder sehen!

Und natürlich können auch andere sie nicht sehen
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